Menschen mit Behinderung in der Krise nicht vergessen!

Pandemie verschärft Missstände: KPÖ fordert Maßnahmen

mensch-mit-behinderung-down-syndrom-1.jpg

Heute ist Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung. Aus diesem Anlass weist KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler darauf hin, dass gerade die Corona-Krise aufgezeigt hat, dass betroffene Menschen oft immer noch von der Politik übersehen werden. „Inklusion bedeutet, dass Menschen mit Behinderung weder in unserem Bildungssystem, noch was ihr Recht auf Arbeit oder eine erfüllte Freizeitgestaltung anbelangt, benachteiligt sind“, so KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler.

Der Aktionsplan des Landes Steiermark zur UN-Behindertenrechtskonvention hält fest, dass Menschen mit Behinderungen nach wie vor in zentralen Handlungsfeldern wie Gesundheitsversorgung, Bildung, Beschäftigung, Freizeitgestaltung und Teilhabe am politischen Leben mit erheblichen Hindernissen konfrontiert sind. Es ist jedoch zu befürchten, dass durch die Corona-Krise nötige Verbesserungen weiter verschoben werden. Die finanziellen Auswirkungen lassen für die Zukunft erahnen, dass nötige Erhöhungen im Behindertenbereich ausbleiben.

Zudem führt der aktuelle Lockdown erneut zu problematischen Situationen. So müssen Menschen mit Behinderung derzeit Urlaub nehmen, wenn sie aufgrund der Ansteckungsgefahr die Tagesförderstätte nicht besuchen wollen. Urlaub, der Ihnen dann zur tatsächlichen Erholung fehlt. Klimt-Weithaler: „Es ist unverständlich, dass das Land hier keinen Sonderulraub für diese Menschen gewährt.“

Vergangenes Jahr hat die KPÖ anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung betroffene Menschen zu Wort kommen lassen und die vielen Beiträge online veröffentlicht. Dadurch wurde erneut gezeigt, in wievielen Bereichen es noch Nachholbedarf gibt – von Barrierefreiheit über Zugang zu Arbeitsplätzen bis zu leicht verständlicher Kommunikation seitens der Politik.

 „Auch die oft prekären Arbeitsbedingungen im Behindertenbereich haben eine direkte Auswirkung auf Menschen mit Behinderung“, meint Klimt-Weithaler, die auf die langjährigen Forderungen nach einer spürbaren Lohnerhöhung und einer Verkürzung der Arbeitszeit im Sozialbereich auf 35 Stunden verweist. Andernfalls sei nicht garantiert, dass Menschen mit Behinderung die Qualität in der Betreuung erhalten, die ihnen zusteht.

2. Dezember 2021