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Mauthausen Befreiungsfeier

Rede des Gen. Matscheko (KJÖ)

In der Moskauer Deklaration von 1943 wurde festgelegt, dass Österreich nach dem Krieg danach beurteilt werden soll, wieviel die Österreicherinnen und Österreicher selbst zu ihrer Befreiung beigetragen haben werden.

Wer war es also, die diesen Beitrag leisteten? Es waren Männer und Frauen, welche aus politischen, religiösen, 'rassischen' oder weltanschaulichen Gründen verfolgt wurden, ob als JüdInnen, SozialistInnen, KommunistInnen, Homosexuelle oder Behinderte und viele mehr. Menschen, die Solidarität zu ihrem Lebensinhalt machten und dabei ihr Leben riskierten, zu oft auch verloren.

Großen Anteil am Widerstand hatten auch unzählige Frauen, welche durch ihre Unterstützung dazu beitrugen, den Krieg und millionenfaches Leid zu beenden. Egal ob als Helferinnen, Partisaninnen oder auch als Soldatinnen - ihnen gilt hier und auf ewig großer Dank.

Zum 70. Mal jährt sich heuer auch der Bürgerkrieg in Spanien! Hunderttausende Tote, Invalide und weitere Opfer forderte der Kampf gegen den Faschismus. Tapfere Frauen und Männer zogen auch damals für ihre Überzeugung in den Kampf, dass Unrecht nicht einfach hingenommen werden darf: nicht unter Dollfuß oder Schuschnigg in Österreich, nicht in Hitler-Deutschland und auch nicht in Spanien. Und so kämpften BrigardistInnen aus dutzenden Ländern gemeinsam gegen die drohende Franco-Diktatur. Viele sahen ihre Heimat nie wieder - Tausende kamen nach Francos Sieg in Konzentrationslager, in denen SpanienkämpferInnen - so wie hier in Mauthausen - ein besonders schweres Los erleiden mussten.

Widerstand nimmt eine zentrale Rolle in unserer revolutionären Bewegung ein: Wir dürfen nicht aufhören, uns gegen Faschismus, Ausbeutung und Ungerechtigkeit zu wehren!

Vor allem, wenn wir der Partisaninnen und Partisanen in Kärnten, die sich gegen die Hitler-Tyrannei zu wehren wussten, gedenken, so muss es uns traurig stimmen, dass wieder elementare Rechte von politischen Wiedergängern mit Füßen getreten werden. Es geht hier nicht nur um Ortstafeln, sondern um die Anerkennung des Rechtsstaats, für den im Kampf gegen das NS-Regime so viele tapfere Menschen ihr Leben gelassen haben.

Sie kämpften gegen Rassendenken, Imperialismus und Krieg, gegen Staatsterror und Unterdrückung, gegen Ausbeutung und Profitgier.

Und dieser Kampf geht weiter,
Freiheit!

12. Mai 2006