Martina Thomüller Rede auf der Demo am Frauentag 2015

So lange die Frauen nicht frei sind, sind die Menschen nicht frei!

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Der Internationale Frauentag steht für den langen Kampf der Frauen für eine gleiche Teilhabe in einer gerechten Gesellschaft. Vor über hundert Jahren forderte die Kommunistin Clara Zetkin diesen Tag, als internationalen Kampftag um die Forderungen und Rechte der Frauen zu verstärken. Menschen auf der ganzen Welt folgten den Aufruf der sozialistischen Frauenkonferenz und strömten bestückt mit Plakaten und Parolen, laut demonstrierend auf die Straßen. So waren auch in Wien mehr als 20.000 Frauen und Männer solidarisch mit den Anliegen der Frauenbewegung. In Graz, sowie in der ganzen Steiermark, gab es zahlreiche gut besuchte Veranstaltungen, welche aus der belebten Grazer Frauenszene resultierten.

Diese Tradition wird heute, wie gestern und auch in Zukunft, mit stolz von den Frauen weitergeführt.

Seit 2014 gibt es auch in Graz wieder Demonstrationen, bedingt durch die nicht veränderten immer prekärer werdenden Lebensumstände der Frauen und den Kürzungskurs der Regierung.

Immerhin beträgt die Lohnschere zwischen Männern und Frauen auf Basis Vollzeitbeschäftigung noch immer 24 %

Das bedeutet

Bei einer Basis von 260 Arbeitstagen im Jahr (abzüglich Feiertage), kommt man auf insgesamt 62 Arbeitstage, die Frauen länger arbeiten müssen als Männer, um das gleich Geld zu verdienen.

Bei der Teilzeitarbeit ist dieser Einkommensunterschied noch gewaltiger!

2/3 der Frauen arbeiten im Teilzeitbereich, die meisten davon im Niedriglohnsektor. Dass führt für sie im Alter zu Armut oder Abhängigkeit.

Doch Teilzeitarbeit ist für viele kein freiwilliger Entschluss!  

Denn Frauen leisten auch noch 80 % der Pflege für Angehörige unbezahlt – und den Großteil der Arbeit für Haushalt und Kinder! Das wird gesellschaftlich kaum anerkannt.

Und es spiegelt die Wertehaltung in diesem System wieder!

Die Unterdrückung der Frauen wirkt immer noch und ohne dies würde der Kapitalismus auch nicht funktionieren.

Wir wollen eine freie Gesellschaft ohne Unterdrückung und Ausbeutung!

Und es ist wichtig, dass es Menschen gibt die sich für die Frauenbefreiung stark machen und aufzeigen, dass Ungleichheit strukturell in der Gesellschaft verankert ist. Und wir das Problem auf dieselbe weise bekämpfen wollen!

So lange die Frauen nicht frei sind, sind die Menschen nicht frei!

Was wir wollen ist Gleichberechtigung -  jetzt und nicht später!

Wir Fordern:

Gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit!

Gratis Kindergartenangebote für alle!

Frauenarmut verhindern und beseitigen!

Gleiche Möglichkeiten in Bildung und Ausbildung, Wissenschaft und Forschung

Abschied von Rollenstereotypen!

Gegen Sexismus im Alltag und alle Formen!

Gewalt an Frauen gesellschaftlich bekämpfen!

Hoch der internationale Frauentag!

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Martina Thomüller, KPÖ Gemeinderätin und Vorsitzende der KJÖ Graz

9. Mai 2015