Archivierte Artikel: Die enthaltenen Informationen sind möglicherweise veraltet.

Maria Cäsar feiert 90. Geburtstag

Die steirische KPÖ gratuliert

Am 13. September feiert unsere Genossin Maria Cäsar ihren 90. Geburtstag. Sie wurde am 13. September 1920 in Prevalje/Slowenien geboren und verlebte ihre Kindheits- und Jugendjahre in Judenburg.
Ihr Vater war Arbeiter im Guss-Stahlwerk und oft ohne Beschäftigung. So lernte sie die Not der Zwischenkriegszeit kennen. Politisch war Maria Cäsar zuerst bei den Roten Falken und nach dem 12. Februar 1934 beim Kommunistischen Jugendverband (KJV) aktiv und leistete illegale Arbeit im Untergrund. Nach dem Einmarsch der Hitlerfaschisten wurde sie 23.5.1939 sie von der Gestapo verhaftet und musste 14 Monate im Landesgericht Graz in Untersuchungshaft zubringen.
Unmittelbar nach ihrer Enthaftung heiratete sie. Ihr erster Mann, der wie sie Mitglied einer Widerstandsgruppe war, fiel als Soldat im Jahr 1943. Maria Cäsar knüpfte in der Folge Kontakte zu den jugoslawischen Partisanen und den Widerstandsgruppen in Judenburg. Als 1944 Mitglieder der Widerstandsgruppen verhaftet wurden, befürchtete sie, auch verhaftet zu werden und ging deshalb zu den slowenischen Verwandten.
Nach der Befreiung arbeitete sie aktiv in den Reihen der KPÖ für eine demokratische und sozialistische Entwicklung unseres Landes und trat für die Rechte der Frauen ein. Die Ungleichbehandlung der Geschlechter, die Kriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs, die Lohndiskriminierung der Frauen und die berufliche Ungleichstellung ließen sie an Protestkundgebungen und Aktionen teilnehmen.
1950 zog sie von Judenburg nach Graz und leistete als Mitglied der KPÖ-Bezirksleitung Graz, der KPÖ-Landesleitung Steiermark und auch des Zentralkomitees der KPÖ wichtige Beiträge zur Entwicklung der Partei in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Im Bund Demokratischer Frauen (BDF) trat sie stets dafür ein, politisch interessierte Frauen in die Bewegung für die Emanzipation der Frauen und für soziale Gerechtigkeit einzubeziehen.
Nach ihrer Pensionierung widmete sie sich der Tätigkeit im KZ-Verband, dessen Landesvorsitzende sie viele Jahre lang war, und konnte als Zeitzeugin an Schulen und in der Öffentlichkeit Zeichen setzen und viele junge Menschen für die Gefahren des Rechtsradikalismus sensibilisieren. Das begründete auch ihr hohes Ansehen weit über die Kreise unserer Partei hinaus. Von der Republik Österreich erhielt sie 1978 die Befreiungsmedaille, die Stadt Graz machte sie 1995 zu ihrer Bürgerin und das Land Steiermark zeichnete sie im Jahr 1999 mit dem Goldenen Ehrenzeichen aus. Im Jahr 2001 wurde sie auch mit dem Menschenrechtspreis des Landes Steiermark ausgezeichnet.
Wir sind stolz auf Maria Cäsar, eine Kommunistin, die gezeigt hat und zeigt, dass es ein ganzes Leben lang möglich ist, für die Sache des gesellschaftlichen Fortschritts einzutreten. Die KPÖ-Graz konnte sie am Samstag als Besucherin des Volkshausfestes begrüßen.
An ihrem Ehrentag wünschen wir ihr vor allem Gesundheit und verbinden das mit der Hoffnung, dass Maria Cäsar noch viele Jahre im Kreise ihrer Familie verbringen kann.

Landesvorstand der steirischen KPÖ
KPÖ-Bezirksleitung Graz
Bund Demokratischer Frauen Steiermark

7. Oktober 2010