Mädchen- und Fraueneinrichtungen stärken!

Der KPÖ-Landtagsklub hat diverse Einrichtungen besucht

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Der KPÖ-Landtagsklub besuchte in den vergangenen Monaten unterschiedliche Frauen- und Mädcheneinrichtungen in der Steiermark. Thema waren ihre wichtigen Angebote, aber auch die wachsenden Herausforderungen.

Frauen und Mädchen sind in vielen Lebensbereichen nach wie vor mit Ungleichheiten und strukturellen Benachteiligungen konfrontiert. In der Steiermark gibt es verschiedene Frauen- und Mädchenberatungsstellen, die sich mit einer Vielzahl an Themen auseinandersetzen, die den Alltag von Frauen prägen. Dazu zählen finanzielle Unabhängigkeit, Armut und berufliche Perspektiven ebenso wie Trennung, Scheidung, Obsorge oder sexuelle Belästigung und Gewalt. Auch die Vereinbarkeit von Familie, Care-Arbeit und Beruf stellt viele Frauen vor große Herausforderungen. Die Einrichtungen bieten Betroffenen in schwierigen Lebenssituationen Beratung, Orientierung und konkrete Unterstützung. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Gewaltprävention, sozialen Absicherung und Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen.

Viele Einrichtungen stehen unter Druck

Im Austausch wurde allerdings deutlich, wie schwierig die Rahmenbedingungen für die Einrichtungen sind. Die Nachfrage an Beratung steigt, doch die vorhandenen Ressourcen reichen teilweise nicht aus, um allen Anfragen gerecht zu werden. Grund dafür ist hauptsächlich die unsichere Finanzierung seitens der blau-schwarzen Landesregierung. Späte Rückmeldungen bei Förderansuchen und befristete Projektförderungen erschweren die Personalplanung und gefährden langfristig die Arbeit der Einrichtungen. Werden öffentliche Mittel gekürzt, geraten die Anlaufstellen unter Druck und es wird für Frauen schwieriger, die Unterstützung zu bekommen, die sie dringend benötigen.

Es besteht Handlungsbedarf

Die Besuche haben gezeigt, welch unverzichtbare Arbeit Frauen- und Mädchenberatungsstellen in der Steiermark leisten. Gerade bei finanziellen Sorgen, Gewalt oder schwierigen Lebensumständen brauchen Betroffene Unterstützung und Perspektiven. Die blau-schwarze Landesregierung muss daher zeigen, dass ihre Bekenntnisse zu Gleichberechtigung und Gewaltprävention mehr sind als leere Worte und für eine langfristige, bedarfsgerechte Finanzierung sorgen. Die KPÖ wird die Anliegen der Einrichtungen jedenfalls aufgreifen und konkrete Forderungen im Landtag einbringen.

KPÖ fordert Ausbau von Übergangswohnungen

Ein zentrales Thema bei der Tour durch die Mädchen- und Fraueneinrichtungen war die angespannte Situation bei den Übergangswohnungen für gewaltbetroffene Frauen. Diese bieten Frauen – mit oder ohne Kindern – einen geschützten Wohnraum für sechs bis maximal zwölf Monate. Seit Längerem übersteigt die Nachfrage das vorhandene Angebot jedoch deutlich. Die Folge sind lange Wartezeiten und gefährliche Lücken im Gewaltschutz, die im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Folgen haben können. Ohne einen sicheren Platz sind Betroffene gezwungen, in gewaltvollen Verhältnissen zu verharren oder im schlimmsten Fall in die Obdachlosigkeit zu geraten. Zwar sind in der Steiermark derzeit 13 weitere Übergangswohnungen in Planung, ihre Umsetzung schreitet jedoch nur langsam voran. Der akute Bedarf lässt sich damit kurzfristig kaum decken.

Um Frauen in Notsituationen dennoch rasch Schutz zu bieten, gibt es seit September das Pilotprojekt „Check-in“ in Kooperation mit den JUFA-Hotels. Frauen, die von Gewalt betroffen sind, können dort kostenlos und anonym einchecken und erhalten zusätzlich ein Beratungsgespräch. Das Angebot ist ein wichtiger Schritt und wird bereits gut angenommen – es kann die dringend benötigten Übergangswohnungen jedoch nicht ersetzen, sondern lediglich eine ergänzende Anlaufstelle sein. Umso wichtiger sind ein rascher und umfassender Ausbau des Angebots, eine ausreichende Finanzierung und eine stärkere politische Priorisierung des Gewaltschutzes. Die KPÖ hat deshalb sowohl im Landtag als auch in mehreren steirischen Gemeinderäten Anträge für den Ausbau von Übergangswohnungen eingebracht. Denn jede Frau hat ein Recht auf ein gewaltfreies Leben!

 

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Veröffentlicht: 6. November 2026