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Land agiert im Pflegebereich ohne Plan

Murgg: Rechnungshofbericht zeigt völlige Konzeptlosigkeit des Landes auf

Das Land Steiermark besitzt nach wie vor keinen aussagekräftigen Bedarfsplan bezüglich der notwendigen Bettenanzahl in den steirischen Pflegeheimen. Ein sogenannter „Steirischer Bedarfs- und Entwicklungsplan“ (STBEP) wurde zwar im Jahr 1997 mit dem Zeithorizont 2010 erstellt, aber von der Landesregierung nie beschlossen und nie evaluiert. Das ergibt sich aus einem jüngst vorgestellten Landesrechnungshofbericht zur „Bedarfsermittlung Landespflegezentrum Kindberg.“

Bekanntlich müssen alle Landespflegeheime auf Grund gesetzlicher Vorschriften bis spätestens 2013 den neuen Anforderungen entsprechend umgebaut werden. Im angesprochenen Bericht kommt der LRH zu folgender Einschätzung: Die vorgelegten Bedarfsberechnungen für die stationäre Versorgung im LPZ Kindberg können daher wegen der fehlenden Gesamtsicht über die vom Land Steiermark sicher zu stellenden, teilstationären und stationären Dienste nicht nachvollzogen werden.

Derzeit sind in Kindberg 254 Betten vorhanden, welche zum Großteil ausgelastet sind. Nach den Umbaumaßnahmen sind dort nur mehr 163 Betten vorgesehen. Außerdem wurde die im STBEP 1997 für 2010 prognosizierte Anzahl von Pflegebetten bereits im Jahr 2001 überschritten. KPÖ-LAbg. Werner Murgg: „Die KPÖ kritisiert seit Jahren das Verhalten des Landes im Pflegebereich. Während das Land den Wünschen der privaten Heimbetreiber nach Erhöhung der Tagsätze immere wieder bereitwillig zustimmt und damit die Heimkosten in die Höhe treibt, existiert nach wie vor keine aktuelle Bedarfserhebung wie viel Pflegeplätze in der Steiermark mittel- bis langfristig tatsächlich gebraucht werden.“ Werner Murgg kündigt an, diesen Mißstand auch kommenden Dienstag im Kontrollausschuß des Landtages zur Sprache zu bringen: „Was Kindberg betrifft, wird man nach vorliegender, realistischer Bedarfserhebung die Umbaupläne nötigenfalls revidieren müssen!“

3. Februar 2011