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LAbg. Renate Pacher: Zum Nachdenken

Mitten in der Vorweihnachtszeit tagte die UNO-Klimakonferenz auf Bali. Das Klima erwärmt sich und es ist weitgehend unbestritten, dass die Emissionen unserer modernen Industriegesellschaft der Hauptgrund dafür sind. Unbestritten ist auch, dass diese Erwärmung drastische Auswirkungen haben wird, falls es nicht gelingt gegenzusteuern.

 

 


Deshalb ist viel vom Umdenken, von Nachhaltigkeit die Rede. Sieht man sich um, so ist davon nichts zu bemerken: Die Lichterflut der Weihnachtsbeleuchtung, die tägliche Reklameflut in den Postkästen, Verkehrsstaus in den Einkaufszentren, Firmen, die mit Lockangeboten werben: Kauf jetzt, zahl später, Konsumrausch und viele Geschenke, die auf Kredit gekauft werden. Der Erfolg von Weihnachten wird sicherlich wieder daran gemessen, wie hoch das Umsatzplus im Handel sein wird. Am Ende stehen oft verschuldete Familien, gestresste und frustrierte Menschen, erschöpfte Handelsangestellte und nicht zu vergessen, riesige Müllberge.

Das alles lässt ernsthafte Zweifel aufkommen, ob ein Umdenken wirklich erwünscht ist. Viel eher kommt man/frau zum Schluss, dass echte Nachhaltigkeit, die Produktion von langlebigen Gütern, die man/frau auch wirklich braucht, als geschäftsschädigend betrachtet wird und in unserer konsumorientierten, kapitalistischen Gesellschaft nicht wirklich eine Rolle spielt. Denn das oberste Prinzip ist das Erzielen von Profit. Selbst auf die Gefahr hin, dass wir möglicherweise einen hohen Preis dafür zahlen, nämlich die Zerstörung der Lebensbedingungen für uns Menschen auf dieser Erde.

Mit diesen Zeilen zum Nachdenken wünsche ich Ihnen schöne und erholsame Weihnachtsfeiertage und alles Gute für 2008!

30. Mai 2009