Krankenhäuser: Transparente Wartelisten endlich einführen!

Unterversorgung in steirischen Spitälern soll unter den Teppich gekehrt werden

Die Wartezeiten auf geplante Operationen sind in der Steiermark zu lang, etwa bei Knie- und Hüft-OP, Unfallchirurgie, Grauer Star oder Herzkatheder. Seit Jahren wird versprochen, dass für die öffentlichen Krankenhäuser transparente, öffentlich einsehbare Wartelisten eingerichtet werden. Auch der Rechnungshof hat das schon vor Jahren eingefordert. Geschehen ist seither nichts.

Auf einer öffentlich einsehbaren Warteliste kann abgelesen werden, wie viele Patientinnen und Patienten in einem bestimmten Spital auf die jeweilige Operation warten, wie viele von ihnen Sonderklasse haben und wie lange die Wartezeit im Durchschnitt beträgt. Seit über 10 Jahren gibt es im Bereich der KAGes das leistungsfähige EDV-System openMEDOCS, mit dem eine Umsetzung technisch leicht möglich sein sollte.

In der vergangenen Landtagsperiode forderte die KPÖ bereits die Einrichtung einer transparenten Warteliste. SPÖ und ÖVP stimmten damals dagegen. KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler unternimmt daher mit einem Antrag im steirischen Landtag einen neuen Versuch, der auch einer Empfehlung des Landesrechnungshofes entspricht. Eine öffentliche Warteliste wurde in Wien bereits umgesetzt.

„Durch die Verweigerung, eine offene Warteliste einzuführen, soll unter den Teppich gekehrt werden, wie lange Patientinnen und Patienten wirklich auf eine Behandlung warten müssen. Das würde nämlich den Plänen, 800 Betten einzusparen, jede Legitimation entziehen. In vielen Bereichen haben wir eine alarmierende Unterversorgung, keine Überversorgung“, kritisiert Klimt-Weithaler.

24. Juni 2020