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KPÖ-Petition: Maklerprovisionen eindämmen!

Hohe Gebühren machen Wohnungssuche immer teurer

Ohne Dach über dem Kopf kann niemand leben. Tatsächlich sind die Mieten in den letzten vier Jahren um 20 Prozent gestiegen. In Österreich erreichen die Maklerprovisionen europaweite Spitzenwerte. Die KPÖ hat mit der Grazer Wohnungsstadträtin Elke Kahr eine Kampagne gestartet, um dieses Unwesen abzuschaffen. Die hohen Provisionen werden auch im Landtag thematisiert.

Die Maklerprovisionen tragen wesentlich dazu bei, dass die Mieten teurer werden. Je höher die Miete, desto höher die Provision – und umgekehrt. Da sich die Provisionen der Makler nach der Höhe der Miete berechnen, haben sie selbst größtes Interesse an möglichst hohen Mieten. Eine IFES-Studie im Auftrag der AK zeigt, dass von Maklern vermittelte private Altbau-Mietwohnungen viel teurer sind als direkt vermietete.

 

Maklerprovisionen erhöhen selbst und indirekt über die Steigerung des Mietpreises die Einstiegskosten: Für Maklerprovisionen, Kautionen sowie die Vergebührung von Mietverträgen müssen Mieter bereits vor Bezug der Wohnung fast eine halbe Jahresmiete (!) aufbringen. Seit 1.9.2010 darf die Maklerprovision bei unbefristeten oder auf mehr als 3 Jahre befristeten

Mietverträgen maximal zwei Monatsmietzinse, bei bis zu dreijährigen Mietverträgen maximal einen Monatsmietzins betragen. (Die Bemessungsgrundlage für die Maklerprovision ist der Nettohauptmietzins plus Betriebskosten plus 20% Umsatzsteuer.) In der Praxis ist auffallend, dass seit dieser Neuregelung häufig untypische Befristungen, wie z.B. 3 Jahre und 2 Monate abgeschlossen werden, um die Provision zu erhöhen.

 

Vorschlag der KPÖ

Um die Kostenspirale zu durchbrechen sollten daher Maklerprovisionen in Österreich wie in vielen anderen EU-Staaten ausschließlich von den Vermietern zu tragen sein und pro vermittelter Wohnung mit 500 Euro gedeckelt werden. Schließlich ist die Leistung des Maklers bei Vermietung einer 500 Euro teuren Wohnung dieselbe wie bei einer 900 Euro teuren Wohnung.

 

Mit einer Petition wollte die FPÖ übrigens 2011 erreichen, dass die seit 2010 geltende Beschränkung der Maklergebühren auf höchstens zwei Monatsmieten wieder zurückgenommen wird. Mit folgender Begründung: „Die Änderungen sind für viele Immobilienmakler existenzbedrohend und haben mittlerweile auch zu erheblichen Umsatzeinbußen in der Branche geführt.“

Hier zur Petition

2. Oktober 2015