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KPÖ: Bereits 7.000 Unterschriften für besseren Schutz von Spielsüchtigen

Kaltenegger: Positive Resonanz bei Spielsucht-Initiative

Als großen Erfolg wertet KPÖ-Klubobmann Ernest Kaltenegger die Anfang Sommer gestartete Unterschriftensammlung, die einen Teil der Kampagne der steirischen KPÖ gegen die Spielsucht darstellt. Verunglückte Gesetze und die mangelnde Kontrolle ihrer Einhaltung haben die Steiermark zu einem Mekka für Spielautomatenbetreiber gemacht, was sich in einer besonders hohen Zahl von Spielsüchtigen niederschlägt.

Auf Antrag der KPÖ findet im steirischen Landtag am 2. Oktober eine Enquete zum Glücksspielgesetz statt, bis dahin sollen die Unterschriften präsentiert werden. Dass trotz des lange anhaltenden Badewetters im Sommer bereits 7.000 Unterschriften gesammelt werden konnten, spricht für die große Resonanz, die dieses Thema in der Bevölkerung findet, so Kaltenegger: „In vielen Gesprächen mit Betroffenen wird deutlich, dass zwei Maßnahmen Vorrang haben müssen: die Einhaltung der gesetzlichen Auflagen für das ‚Kleine Glücksspiel’ und die Einführung einer Mindestdauer pro Spiel an Geldspielautomaten, damit die Betroffenen nicht in wenigen Minuten große Summer verspielen können.“

Derzeit dürfte der Einsatz pro Spiel 50 Cent nicht überschreiten. Diese Regelung wird aber von den meisten Automatenbetreibern umgangen, indem sie die Spieldauer auf Sekundenbruchteile reduzieren. Die Automaten nehmen bis zu 100 Euro als Einsatz an, die dann oft in weniger als einer Minute verspielt werden. Diese ‚hohe Ereignisfrequenz’ ist laut Meinung von Fachleuten auch eine der Ursachen für das Entstehen von Spielsucht.

Durch die Einführung einer Mindestdauer von 20 Sekunden pro Spiel und die Begrenzung des Wetteinsatzes auf maximal 50-Cent-Münzen könnte einer erster wirksamer Schutz geschaffen werden, um den Schaden durch die zunehmende Spielsucht zu begrenzen.

13. August 2007