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Kindergärten: Land setzt nun auf Bespitzelung der Eltern

„Absurde Regelung schadet Kindergärten und drängt Frauen aus Berufsleben“

Unter dem zuständigen Landesrat Schickhofer (SPÖ) hat die selbst ernannte steirische Reformpartnerschaft ein neues Ziel für Budgetkürzungen erschlossen: Dank absurder Kontrollen werden Kindergärten Fördermittel gestrichen, wenn Eltern ihre Kinder nicht pünktlich abholen bzw. abliefern.

„Von den arbeitenden Menschen wird immer mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit verlangt, dafür wird das Land bei den Kindergärten immer starrer“, kritisiert KPÖ-LAbg. Claudia Klimt-Weithaler. So wird es Familien mit mehreren Kindern immer schwerer gemacht, Beruf und Kinderbetreuung zu vereinbaren. Besonders alleinerziehende Frauen sind Leidtragende dieses Systems. Kindergärten und Schulen haben oft stark abweichende Zeiten. Eine Familie mit mehreren Kindern im Kindergarten- bzw. Schulalter kann durch diese Regelung stark unter Druck kommen.

War es bisher so, dass Eltern eine gewisse Flexibilität zugestanden wurde, müssen Kindergärten nun mit der Streichung von Fördermitteln rechnen, wenn Kinder mehr als 30 Minuten nach der Öffnungszeit abgeholt oder gebracht werden. Mit einem Beruf, der keine flexiblen Arbeitszeiten erlaubt, ist dies kaum zu vereinbaren.

Claudia Klimt-Weithaler, Klubobfrau der KPÖ im steirischen Landtag: „Mit diesen Kontrollen schießt Landesrat Schickhofer weit übers Ziel hinaus. Familien brauchen die Unterstützung des Landes, keine Bespitzelung, wann sie ihre Kinder abholen. Nach der Einführung der Kindergartengebühren 2011 ist das nun der nächste Schritt der Landesregierung, um bei der Kinderbetreuung zu sparen. In letzter Konsequenz wird es vielen, besonders Alleinerzieherinnen, nicht mehr möglich sein, Kindern den Besuch einer Kinderbetreuungseinrichtung zu ermöglichen.“

11. November 2013