Kinderbetreuung endlich ernst nehmen!
LAbg. Klimt-Weithaler: Bevölkerungsentwicklung kein Schicksal, sondern von der Politik gestaltbar!
Die KPÖ hat im Herbst 2005 einen Antrag eingebracht, der den Ausbau von qualitativ hochwertigen, kostengünstigen Kinderbetreuungseinrichtungen zum Inhalt hatte. Dieser Antrag wurde mehrheitlich angenommen. Bis dato ist aber nichts passiert. Nachdem es im Landesbudget keine Erhöhung des Kindergartenbaufonds gibt, wies KPÖ-LAbg. Claudia Klimt-Weithaler am zwieten Tag der Budgetdebatte im Steiermärkischen Landtag darauf hin, dass der Ausbau der Kinderbetreuung stagniert.
Klimt-Weithaler: "Hofft die Steiermärkische Landesregierung, dass der Bund wieder einmal eine 'Kindergartenmilliarde' ausschütten wird? Sich beim Bund dafür einzusetzen und stark zu machen ist sicher eine feine Sache, aber wie sehen die Alternativen aus?"
Unzureichende Kinderbetreuung ist für viele Familien auch ein Argument, sich gegen Kinder zu entscheiden. Der Geburtenrückgang in Österreich ist sehr ernst zu nehmen. Zum heurigen Muttertag hat EUROSTAT eine Studie präsentiert, derzufolge 2005 zwei Drittel der Haushalte in der EU kinderlos waren. 16% hatten ein Kind, 13% zwei und nur noch 4% drei oder mehr Kinder. Österreich findet sich in der Spitzengruppe, in der zwischen 70% und 76% der Haushalte kinderlos sind.
Claudia Klimt-Weithaler wies auch auf die dramatische Bevölkerungsentwicklung hin: "Schweden hat seit Jahren die höchste Geburtenrate und gleichzeitig den höchsten Anteil an berufstätigen Frauen. Dort wird Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelebt, dort gibt es Teilzeitarbeitsplätze auch in Berufssparten, die nichts mit Handel zu tun haben. Dort wurden Rahmenbedingungen verändert und siehe da - die Menschen haben wieder mehr Kinder bekommen.
Das Budget 2006 wird von der Landesregierung mit dem Satz 'Mut zur Vernunft' bezeichnet - denken Sie bitte auch daran, dass wir auch 'Mut zur Zukunft' brauchen werden und unsere Zukunft sind unsere Kinder - auch, wenn sie etwas kosten!"
Vollständiger Redebeitrag von Claudia Klimt-Weithaler
{AUTOCOMMENTS}
Veröffentlicht: 23. Mai 2006