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Jugendliche über Spielsucht aufklären!

Claudia Klimt-Weithaler bringt Antrag auf Informationskampagne ein

Während die SPÖ mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ in der Steiermark das liberalste Glücksspielgesetz Österreichs beschlossen hat, steigt Wien aus dem „kleinen Glücksspiel“ aus. Auch Kärntens Landeshauptmann Kaiser hat erklärt, die Automaten zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu verbannen. Die KPÖ kämpft weiterhin für einen Ausstieg aus dem Kleinen Glücksspiel. Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler setzt sich im Landtag für eine an Jugendliche gerichtete Aufklärungskampagne an steirischen Schulen ein.

Klimt-Weithaler: „45 Prozent der Spielsüchtigen waren jünger als 18, als sie mit dem Spielen begonnen haben. Die Folgen der Spielsucht sind den Jugendlichen kaum bewusst. Eine Aufklärungskampagne an den Schulen ist dringend notwendig, nachdem ab 2016 leider um noch höhere Beträge gespielt werden darf.“

Die Zahl der Spielsüchtigen nimmt in Österreich zu. Drei bis vier Prozent der Erwachsenen zeigen ein problematisches Spielverhalten. Folgen der Spielsucht sind oft Schulden bis hin zum totalen Existenzverlust. Davon sind in weiterer Folge nicht nur die Spielsüchtigen, sondern auch deren Angehörige betroffen. Der Suchtexperte Univ.-Prof. Dr. Martin Kurz präsentierte im Rahmen einer von der Fachstelle für Glücksspielsucht Steiermark veranstalteten Fachtagung am 6. November Zahlen, die auf die Steiermark umgelegt auf mindestens 65.000 direkt oder indirekt von der Spielsucht betroffene Personen schließen lassen.

Ab 2016 gelten in der Steiermark beim Automatenglücksspiel die für die Glücksspielindustrie günstigsten Bedingungen Österreichs. Damit werden auch die Folgekosten des Glückspiels ansteigen, die oft ausgeklammert werden. Ein großes Angebot an Online-Spielen, Rubbellosen und Geldspielautomaten stellt ein ständiges Risiko für Jugendliche dar, mit dem Glücksspiel in Berührung zu kommen. Daher ist es wichtig, bereits Schülerinnen und Schüler nach dem Vorbild anderer erfolgreicher Aufklärungskampagnen über die Risiken des Glücksspiels zu informieren.

28. November 2014