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Jubiläum: Wahrheit in Graz gedruckt

60 Jahre Druckerei der Wahrheit im Volkshaus Graz

Von 1948 bis 1971 wurde die kommunistische Tageszeitung "Die Wahrheit" in Graz gedruckt. Hubert Schmiedbauer verfasste zum 50er (1998) eine Broschüre, die hier als pdf verfügbar gemacht wird.

 Geschichte und Geschichten

Am 3. März 1948 kam die "Wahrheit", Tageszeitung der steirischen Kommunisten, zum erstenmal aus der eigenen Druckerei. Für die Menschen, die damals mitgewirkt haben, war das ein großes Erlebnis. Doch was soll das heutigen und späteren Generationen bedeuten?
Die traditionelle Arbeiterbewegung zeichnete stets ein intensives Geschichtsbewußtsein aus. "Den Vorkämpfern zum ehrenden Gedenken, den Älteren zur stolzen Erinnerung, den Jungen zur Mahnung, daß das Leben ein ewiger Kampf ist, der nur durch Solidarität und Opferwilligkeit zum Erfolg führt", lautet das Motto für den Geschichtsband "125 Jahre Druck und Papier 1842-1967" (Gewerkschaft Druck und Papier, Wien, 1967). Die Erlebnisse und Erfahrungen ihrer VorkämpferInnen waren und sind besonders unter KommunistInnen gefragter Lese- und Diskussionsstoff. Es geht dabei um Erleben, Wiedererleben und Vorbildfunktion, aber auch um Nutzung von Erfahrungen, um Kraftquelle für die jeweils anstehenden politischen Kämpfe.
Die KPÖ hat in den letzten Jahren eine Fülle solchen Lese- und Diskussionsstoffs herausgebracht. Erzählte Geschichte, Berichte von Zeitzeugen, Alltagsgeschichte und da wiederum die Alltagsgeschichte der vielen tausend österreichischen KommunistInnen, das ist eine unentbehrliche Ergänzung der wissenschaftlichen Historik. Für viele interessierte Menschen ist sie auch lesbarer, interessanter.
Und warum habe ich mir gerade die "Wahrheit" ausgesucht? Erstens: Es ist es ein besonders reiches Stück Geschichte der KPÖ. Zweitens: Mit den Menschen, die dort gearbeitet haben, bin ich aufs engste verbunden, denn ich gehörte zu ihnen. Drittens: Das Medienwesen der KPÖ und ihre Medienpolitik haben bei mir viel Platz in Kopf und Herz. So habe ich also im Herbst 1997 mit den Tonbandaufzeichnungen von Gesprächen begonnen.Die vergangene und zukünftige Medienpolitik der Partei war nicht auszuklammern. Auswahl und Zusammenstellung der Zitate, die manche unterschiedliche Meinungen zeigen, habe ich nach Inhalten vorgenommen.
Was mit dieser Arbeit vorliegt, ist ein Anfang. Es soll daraus eine vielschichtige Schilderung der Menschen und ihrer Tätigkeit bei der "Wahrheit" bzw. als kommunistische AktivistInnen werden, ein weiteres Stück Alltagsgeschichte der KPÖ, mehr "Lektüre" als historische Abhandlung. Es muß darin auch Platz für etliche heitere und ernste Geschichten sein, die eben zum Alltagsleben gehören. Dazu werde ich die Hilfe vieler GenossInnen in der ganzen Steiermark brauchen. Ein wenig muß ich natürlich in Archiven und in Historiker-Arbeiten stöbern. Unentbehrlich waren das Archiv der Alfred-Klahr-Gesellschaft in Wien und die Ratschläge seines wissenschaftlichen Leiters Dr. Willi Weinert. Vielen Dank allen, die mir schon bisher geholfen haben, und im voraus jenen, die noch dazukommen! Und sagt mir, was euch gefällt und was nicht...

Hubert Schmiedbauer, im Jänner 1998


Die Broschüre kann in gedruckter Form beim KPÖ Bildungsverein angefordert werden.

Broschüre mit Faksimiles, Fotos und Karikaturen, Aussagen von Zeitzeugen und vielem anderem Wissenswertem.

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pdf, 1.5M, 09-11-2008


9. November 2008