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Inoffizieller Wahlkampfauftakt der steirischen KP

Pressekonferenz mit Palm, Kahr, Parteder

Kurt Palm, Elke Kahr und Franz Stephan Parteder nahmen am Montag am inoffiziellen Wahlkampfauftakt der steirischen KPÖ für die Nationalratswahl – einer Pressekonferenz in Graz – teil. Der Schriftsteller, Regisseur und Volksbildner Kurt Palm begründete seine Kandidatur als Parteifreier auf der Bundesliste der KPÖ damit, dass die Notwendigkeit einer organisierten Kraft in Österreich „im Zeitalter der Gier“ gewachsen sei. Sehr viele Menschen würden erkennen, „dass dieses Land nicht weiter vor sich hin schimmeln darf“.
Die Grazer Wohnungsstadträtin Elke Kahr betonte, dass „die konkrete Arbeit, die wir in der Steiermark leisten“, ein wichtiges Argument für die KPÖ im Nationalratswahlkampf sei: „Deshalb ist die Initiative „Gemeindewohnungen auf Kasernengrund“ Bestandteil unseres Forderungskatalogs.“ Eine Stimme für die KPÖ am 1. Oktober unterstützt auch dieses Anliegen, für das in Form einer Petition bereits über 5.200 Unterschriften gesammelt worden sind.

Der steirische KPÖ-Soitzenkandidat Franz Stephan Parteder ging auf die Ausgangslage vor der Nationalratswahl ein: „Nach dem für Mitte dieser Woche absehbaren Abschluss der Sammlung von Unterstützungserklärungen in der Steiermark startet nun die eigentliche Wahlwerbung der KPÖ.

Das Wahlkampfbudget beträgt in der Steiermark 40.000 Euro . Dieser bescheidene Mitteleinsatz bedeutet, dass es keine Großplakate geben wird. Wir setzen vor allem auf Infostände, Zeitungen wie Grazer Stadtblatt und steirische Volksstimme, auf persönliches Gespräch und die Ergebnisse unserer Arbeit in Stadt und Land.

Offizieller Wahlkampfstart ist das Grazer Volkshausfest am 9. September, Wahlkampfabschluss wird eine Lesung „best of „das Kapital“ mit Kurt Palm und Chrono Popp am 28. September im Grazer Volkshaus sein.

Die Ausgangslage ist nicht einfach. Das zeigen die Vergleichszahlen der letzten Nationalratswahl in der Steiermark. Im Jahr 2002 erzielte die KPÖ steiermarkweit 7.269 Stimmen oder 0,95 %. Davon entfielen auf das Grazer Ergebnis 2.807 Stimmen oder 2,16 %.
Es stimmt, dass die Nationalratswahl 2002 vor den großen Erfolgen bei den Gemeinderatswahlen und der Landtagswahl 2005 stattgefunden hat. Eine Wiederholung dieses Erdrutsches dürfte diesmal aber nicht ins Haus stehen. Die letzte veröffentlichte Umfrage prognostiziert sonstigen Listen in der Steiermark 3 %. Allerdings halten 29 % der Befragten ausdrücklich die KPÖ für wählbar.
Unser offizielles Wahlziel lautet deshalb, dass wir anstreben, deutliche Stimmengewinne gegenüber der Nationalratswahl 2002 zu erzielen. Das wäre für uns eine Bestätigung unseres Kurses in der Steiermark und ein Beitrag zur österreichweiten Festigung der KPÖ. Für mich persönlich ist das Landesergebnis der KPÖ im Jahr 1971 eine Messlatte. Damals erzielte die KPÖ steiermarkweit 11.833 Stimmen oder 1,65 %. Im Jahr 1962 erreichte die KPÖ in der Steiermark 24.202 Stimmen oder 3,43 Prozent, aber kein Mandat.“

7. August 2006