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Kulturbudget: Kürzungen gehen weiter

Druck auf Kulturschaffende wird immer größer

Im steirischen Landtag wurde am 18. September der Kulturförderungsbericht für das Jahr 2017 vorgestellt. Es ist der zweite Bericht unter Kulturlandesrat Christopher Drexler (ÖVP) und wie immer ist er vorbildlich, was Transparenz und Darstellung anbelangt. Weniger erfreulich sind die Zahlen: Die Kulturförderungen sinken, immer mehr Kulturschaffende werden in prekäre Lagen gedrängt, so KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler.

Große Einschnitte gibt es nicht in allen Bereichen, allerdings ergeben sich über die vergangenen Jahre durch fehlende Inflationsanpassung bzw. tatsächliche Verringerung von Mitteln – ca. 600.000 Euro im Vorjahresbudget – inflationsbereinigt Kürzungen im zweistelligen Millionenbereich. Die von Landesrat Drexler eingestandene Notwendigkeit, das Budget wieder zu erhöhen, spiegelt sich in den Zahlen nicht wider. Er deutete an, dass sich das im nächsten Budget ändern werde.

„Auch wenn es bei den Mehrjahresförderverträgen eine Anpassung gegeben hat, große Jubelstimmung kommt bei einer Erhöhung von 1,93% nicht auf – immerhin hat die Inflation 2,08% betragen,“ erinnerte KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler daran, dass die Erhöhung auch in diesem Bereich unterhalb der Teuerungsrate geblieben ist.

Vor allem auf den kleinen Kulturinitiativen, die oft die „kulturelle Basisarbeit“ leisten und den steirischen Kulturboden seit Jahrzehnten aufbereiten, lastet großer Druck. Hinter jeder dieser Initiativen stecken Menschen, deren soziale Lage nicht selten erschreckend ist. Schlechte Entlohnung, unbezahlte Überstunden, unfreiwilliges Ehrenamt und ein Leben an oder unter der Armutsgrenze sind immer öfter der Regelfall. In der Kulturpolitik geht es auch um Arbeitsplätze, und diese sollen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen!

Claudia Klimt-Weithaler: „Wir wünschen uns eine starke, vielfältige Kulturlandschaft. Denn diese ist auch notwendig, um für die vielseitigen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen Antworten zu finden. Und deshalb werden wir auch nicht müde, darauf hinzuweisen und zu fordern, dass mehr investiert werden muss.“

18. September 2018