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Gusenbauer wird Aufsichtsratsvorsitzender der Strabag

Rechtzeitig zum 1. Mai wird an Doppelzüngigkeit der SPÖ erinnert

Der frühere Bundeskanzler Alfred Gusenbauer wird Vorstandsvorsitzender der „Haselsteiner Familien Privatstiftung“ und Aufsichtsratsvorsitzender der Haselsteiner-Baufirma Strabag.
„Diese Karriere des ehemaligen Juso-Linksaußen und SPÖ-Vorsitzenden ist typisch für den Zustand der österreichischen Sozialdemokratie. Linke Sprüche verschleiern dort den Hang zu großkapitalistischem Privilegienrittertum.“
Das sagte der steirische KPÖ-Vorsitzende Franz Stephan Parteder am Donnerstag. Der KPÖ-Politiker: „Rechtzeitig vor dem 1. Mai erinnert Red-Fred-Gusenbauer die arbeitenden Menschen daran, dass die Spitzenleute der SPÖ Wasser predigen und Wein trinken.“
Solange sie ein politisches Amt haben, wettern sie gegen die Privatstiftungen. Anschließend wechselt man liebend gern in hoch dotierte Posten in einer Stiftung und sieht auch kein Problem darin, zum Aufsichtsratsvorsitzenden einer Baufirma aufzusteigen, die ständig öffentliche Aufträge erhält und erhalten hat – auch zu jener zeit, in der Gusenbauer Bundeskanzler war.

Besonders pikant: Gusenbauer wird als Strabag-Aufsichtsratsvorsitzender Nachfolger von Univ. Prof. Waldemar Jud, der als Berater der steirischen Energiefirma ESTAG seinerzeit einen Stundenlohn von 960 Euro erhalten hatte.
Niemand anderer als Waldemar Jud hat seinerzeit als einer der „5 Weisen“ gegen ein üppiges Honorar (insgesamt über 3 Millionen Euro) zur Teilprivatisierung des Energiebereiches der Grazer Stadtwerke beigetragen.
Parteder: „Neben diesen neuen Jobs von Gusenbauer nimmt sich die SPÖ-Stiftung des Franz Voves geradezu harmlos aus. Bezeichnend ist es aber, dass man in diesen Kreisen keine Bedenken hat, aus der Politik in die „Wirtschaft“ und wieder zurück zu wechseln.“

29. April 2010