Gesundheit und Pflege: "Höhere Löhne sind der Schlüssel"

In Frankreich erhalten alle Beschäftigten durchschnittlich 183 Euro mehr

Am Tag vor dem Nationalfeiertag gab die französische Regierung nach.

Nach wochenlangen Auseinandersetzungen und Verhandlungen konnten die Gewerkschaften in Frankreich am 13. Juli höhere Gehälter für Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich durchsetzen. Durchschnittlich steigen die Einkommen pro Monat um 183 Euro. Das gilt auch für Beschäftigte, die nicht unmittelbar mit Patientinnen und Patienten arbeiten.

In Österreich gibt es 30.000 ausgebildete Pflegefachkräfte, die nicht in diesem Berufsfeld arbeiten. Zu geringe Einkommen und zu große Belastungen führen dazu, dass viele lieber in andere Branchen wechseln. Dazu kommen Arbeitszeiten, die schwer mit Familien- und Privatleben vereinbar sind. Die KPÖ sagt, dass sich die Rahmenbedingungen ändern müssen, damit der Notstand im Pflege- und Gesundheitsbereich bekämpft werden kann. In Österreich haben die KV-Verhandlungen in der Sozialwirtschaft im April leider mit einem faulen Kompromiss geendet.

„Mieten und Lebenskosten steigen, Löhne und Gehälter stagnieren oder sinken. Wenn dazu der Druck am Arbeitsplatz immer größer wird, wie es in vielen Gesundheits-, Sozial- und Pflegeberufen der Fall ist, ist Personalknappheit vorprogrammiert. Deshalb ist der Erfolg der Beschäftigten in Frankreich ein wichtiges Signal“, sagt KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler.

14. Juli 2020