Archivierte Artikel: Die enthaltenen Informationen sind möglicherweise veraltet.

Geburtenstation Voitsberg: Edlinger-Ploder muss jetzt umdenken!

Landesregierung darf Signal der Bevölkerung nicht ignorieren!

Mehr als 21.000 Steirerinnen und Steirer haben in zwei Bezirksvolksbegehren ihren Unmut über die geplante Schließung zweier Geburtenstationen zum Ausdruck gebracht. In Voitsberg wurde die Hürde für eine Behandlung durch die Landesregierung deutlich überschritten.
 

Gebärstation_VO_Klimt-Weithaler.jpg

KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler macht sich im Landtag für die Geburtenstation stark. Hier mit Unterschriften an Landesrätin Edlinger-Ploder.

KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler, die sich für die Geburtenstation Voitsberg und das Volksbegehren eingesetzt hat: „Die Bevölkerung im Bezirk Voitsberg hat ein überdeutliches Signal gesetzt, das nicht ignoriert werden darf. Die Landesregierung, besonders Gesundheitslandesrätin Edlinger-Ploder, sind jetzt zum Umdenken aufgefordert. Wenn sich die Regierung nicht nur zu Rettungspaketen für den Euro, sondern auch zur Demokratie bekennt, kann sie nicht länger an der Schließung der Geburtenstation festhalten.“

Frauen müssten durch die Schließung sehr weite Wege auf sich nehmen, wobei mehr als fraglich bleibt, dass dadurch überhaupt Kosten reduziert werden. Da die Geburtenstation in Graz schon überlastet ist, müsste die Kapazität dort deutlich vergrößert werden und zusätzlich ein Ausbau in Deutschlandsberg stattfinden. Davor warnte erst vor kurzem Prim. Dr. Wolfgang Schellnegger, ärztlicher Direktor des LKH Voitsberg, in einem offenen Brief an LR Edlinger-Ploder. Darin fragt er „Wie erklären Sie aber der Bevölkerung und den Gebärenden unseres Bezirkes, aber auch den Steuerzahlern, die Tatsache, dass eine voll funktionierende, kostengünstige und bestens ausgestattete Abteilung in Voitsberg geschlossen wird und dafür in Graz weitere Millionen investiert werden müssen?“

Klimt-Weithaler weist darauf hin, dass teure externe Consultingfirmen großen Einfluss auf das Gesundheitsressort des Landes ausüben. Oft sind deren Ziele und Vorgaben nicht mit einem öffentlichen, allen Menschen offenen stehenden Gesundheitssystem vereinbar. „Das Land Steiermark sollte die Gesundheitspolitik wieder selbst in die Hand nehmen und dabei die Wünsche der Bevölkerung ernst nehmen“, betont die KPÖ-Abgeordnete.

18. November 2012