Frauensache

Zur Arbeitsteilung zwischen Frauen und Männern

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von Alice Saiko

Nach wie vor wird ein Großteil der unbezahlten Arbeit in Österreich von Frauen geleistet. Zwei Drittel der Hausarbeit, Kinderbetreuung und Pflege sind „Frauensache“. Auch wenn diese Tätigkeiten für unsere Gesellschaft enorm wichtig sind, bleiben sie oft unberücksichtigt und völlig unterbewertet: „Was ist das schon, das bisschen Kochen?“ Dass es hier um mehr geht, wird gerne vergessen.

Finanzielle Nachteile

Dass Frauen überwiegend die unbezahlte Arbeit übernehmen, hat natürlich Auswirkungen auf das Einkommen. Es sind vielfach Frauen, die aufgrund von familiären Betreuungspflichten unfreiwillig nur einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen können. In weiterer Folge bedeutet das niedrigere Erwerbseinkommen für Frauen im Alter keine ausreichende Pension, von der das tägliche Leben leistbar wäre. Besonders schwierig ist die Situation für Alleinerzieherinnen – die Verantwortung für die Kinderbetreuung, die Hausarbeit und auch die finanzielle Absicherung der Familie liegt alleine bei ihnen.

Erwerbstätigkeit und der bedeutend höhere Anteil an unbezahlter Arbeit führt zu einer enormen Doppelbelastung. Wird bezahlte wie auch unbezahlte Arbeit berücksichtigt, haben Frauen eine Arbeitswoche von 64 Stunden, während Männer nur rund 48 Stunden wöchentlich arbeiten. Frauen haben demnach nicht nur weniger Freizeit, aus der Mehrbelastung resultiert auch weniger Zeit für Frauen, um ihre Rechte und Interessen zu vertreten.

Sozialabbau trifft Frauen besonders

Aufgrund dieser Arbeitsteilung sind öffentliche Leistungen für Frauen ganz besonders bedeutsam: Zum Beispiel sind ausreichend Kinderbetreuungsplätze und Hilfe bei der Pflege von Angehörigen eine wichtige Entlastung, die überwiegend Frauen zugute kommt. Gerade dieser Bereich ist massiv von Kürzungen betroffen, wodurch die Verantwortung zumeist auf Frauen abgewälzt wird. Einsparungen im Sozialbereich treffen Frauen viel stärker. Einerseits weil sie als Puffer, gekürzte Leistungen übernehmen, andererseits weil sie viel häufiger in sozialen Berufen tätig sind und dann um ihren Job bangen müssen.

Pflegeregress – ein weiterer Rückschritt

Ein aktuelles Beispiel bei dem politische Entscheidungen nicht im Sinne der Lebensrealität von Frauen getroffen werden, ist der Pflegeregress. Angehörige von Menschen in Pflegeheimen werden in der Steiermark zur Kasse gebeten, wenn das Einkommen der/des Pflegebedürftigen nicht ausreicht. Dies trifft Frauen besonders hart: Zumeist müssen sie die Pflege von Angehörigen unbezahlt übernehmen, wenn das Geld für ein Pflegeheim fehlt.

21. Mai 2013