Frauen: 40 % weniger Pension, 20 % weniger Einkommen

KPÖ-Aktion zum Frauentag 2021: Viel Lärm um VIEL!

Der Internationale Frauentag wird weltweit seit 1911 am 8. März begangen. Sein Ziel war es von Anfang an, Gleichberechtigung von Frauen und Männern herzustellen. Die steirische KPÖ, der Bund Demokratischer Frauen, GLB und KJÖ erinnerten mit einer Aktion daran, dass wesentliche Forderungen noch immer unerfüllt sind.

Die Rahmenbedingungen sind in diesem zweiten Jahr der Corona-Pandemie besonders für Frauen schwieriger geworden. Frauen (plus 40 %) sind noch schlimmer als Männer (plus 24,6 %) von Arbeitslosigkeit betroffen. Das wird sich auch auf die Höhe zukünftiger Pensionen und damit auf die Entwicklung der Altersarmut auswirken: Schon jetzt erhalten Frauen in Österreich im Schnitt um 40 % geringere Pensionen als Männer. Die Pensionsschere ist nur in Japan größer. Auch die Gewalt an Frauen in der Familie hat zugenommen.

Ein Großteil der zusätzlichen Familienarbeit im Lockdown wird von Frauen getragen: 62 zusätzliche Stunden in der Woche wenden Frauen in Österreich dafür auf, Männer lediglich 23 Stunden. Und die im Vorjahr viel gefeierten Heldinnen der Krise, die Frauen in Gesundheits- und Pflegeberufen genauso wie im Einzelhandel und in pädagogischen Berufen, verdienen genauso wenig wie davor.

78 % der Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen sind Frauen, 72 % in pädagogischen Berufen. In Österreich verdienen Frauen um 20 % brutto pro Stunde weniger als Männer (EU-Schnitt: 14 %).

In der Herrengasse waren Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Aktion eingeladen, unter dem Motto „Viel Lärm um VIEL!“ mit Kochtöpfen und Deckeln lautstark an diese Ungleichheit zu erinnern. Umrahmt wurde das von historischen Plakaten zum Frauentag aus fünf Jahrzehnten. „Die Benachteiligung von Frauen hat System, sie ist aber kein Naturgesetz. Wenn die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen, ist auch eine echte Gleichberechtigung von Frauen und Männern möglich. Leider sind wir auch 110 Jahre nach dem ersten Frauentag noch immer weit entfernt“, so KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler.

Der Grazer KPÖ-Stadtrat Robert Krotzer erinnert an die Situation in vielen Berufen, in denen viele Frauen vertreten sind: „Vier von fünf Beschäftigten in Pflege- und Gesundheitsberufen sind Frauen. Letztes Jahr wurden sie noch als ‚systemrelevant‘ gefeiert, doch bei der Bezahlung hat sich nichts geändert – selbst der versprochene Corona-Bonus ist bei vielen nie angekommen!“

Stadträtin Elke Kahr: „Die Löhne und Gehälter können mit den schnell steigenden Kosten beim Wohnen und für die Schule nicht schritthalten. Das höre ich in Gesprächen mit berufstätigen Frauen immer wieder. Und in der Nähe des Wohnorts eine Kinderbetreuung zu finden, ist sehr schwer, auch wenn immer wieder das Gegenteil behauptet wird.“

Die – noch immer gültigen – Forderungen:

  • Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit
  • Erhöhung des Arbeitslosengeldes und Mindestlehrlingsentschädigung in allen Branchen
  • Ausbau von Einrichtungen zum Gewaltschutz
  • Finanzieller Bonus für Allererziehende, Arbeitsmarktpakt für Frauen,
  • Selbstverständliche Väterkarenz

8. März 2021