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Fragwürdiges Geschenk an Gemeinde Knittelfeld

KPÖ kritisiert Zusammenspiel mit Glücksspielbetreiber

Wettcafes wachsen wie Schwammerl aus dem Boden. Nun wurde der Kärntnerhof in Knittelfeld zum Spieltempel umgebaut. Admiral Sportwetten, die Nummer Eins in dieser Branche, hat der Gemeinde Knittelfeld 5.000 Euro gesponsert. Bürgermeister Siegfried Schafarik erklärte, er sei froh über die Belebung.
Die KPÖ kämpft gegen die Geschäftemacherei mit der Spielsucht und hat diese Geschenkannahme in der Knittelfelder Gemeinderatssitzung am Montag stark kritisiert. KPÖ-Gemeinderätin Elisabeth Lammer: „Dieses Geld stammt aus den Gewinnen mit der Spielsucht. Täglich werden Menschen in den Ruin getrieben, Familien zerbrechen, die Beschaffungskriminalität steigt. Wir sind dagegen, dass die Gemeinde dieses Geld annimmt.“ Der Bürgermeister hat seine Handlungsweise verteidigt, wenn es 10.000 Euro gewesen wären, hätte er das Geld auch genommen, so der Bürgermeister. Eine uns völlig unverständliche Haltung.

Das Geschäft mit dem Glücksspiel boomt. Immer mehr Menschen verfallen der Spielsucht. Suchtexperten sind der Meinung, je mehr Spielangebote es gibt, des stärker steigt die Anzahl der Spielsüchtigen. Deshalb ist das sogenannte „kleine Glücksspiel“ mit Spielautomaten auch nur in vier Bundesländern, darunter die Steiermark, erlaubt. Unser Bundesland ist aber auch in anderer Hinsicht ein negatives Beispiel. Die monatliche Automatenabgabe beträgt nur 467,50 Euro pro Spielautomat. In Wien sind es 1.400 Euro, deshalb hat die Steiermark auch die höchste Dichte an Spielautomaten.
Am besten wäre es, das kleine Glücksspiel ganz zu verbieten. Als ersten Schritt braucht es strenge Beschränkungen und eine Anhebung der Automatenabgabe auf das Wiener Niveau.
Lammer: „Die KPÖ ist in der Frage Glückspiel aktiv. Wir haben Unterschriften gesammelt und im Gemeinderat und Landtag entsprechende Anträge eingebracht, aber im Landtag sitzen die Bremser.“

Eine deutliche Anhebung der Automatenabgabe würde die Gewinne der Glückspielbetreiber schmälern. Deshalb wird in der Politik Lobbyarbeit betrieben wie Spenden an Gemeinden, oder der Ankauf von Rettungswägen für den Arbeitersameriderbund. Das alles kostet einen Bruchteil dessen, was bei einer ordentlichen Besteuerung zu zahlen wäre. Die öffentliche Hand verzichtet auf Millioneneinnahmen. Die Zeche für die Untätigkeit der Politik zahlen die Opfer der Spielsucht.

4. November 2008