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EU: Kinder hungern und frieren

Verordnete Sparmaßnahmen schaffen immer mehr Armut

Die Caritas hat die Situation von Kindern in den EU-Schuldnerstaaten beleuchtet. Das Ergebnis ist erschütternd. Die Sparprogramme, die auf Geheiß der EU durchgeführt werden, haben ein Drittel der Kinder in Ländern wie Griechenland, Irland, Portugal, Spanien oder Italien in die Armut gedrückt.

Laut dem EU-Statistikamt bestand 2011 für mehr als 30 % der Kinder in Griechenland und Spanien ein Armutsrisiko. In Portugal liegt die Quote knapp unter 30 %. In Irland betrug sie 2010 etwa 38, in Italien etwa 30 %. Mit Hunger ins Bett, in einer kalten Wohnung frieren, kein Geld für eine ordentliche Ausbildung. Hunger bedeutet auch geringere Leistungsfähigkeit und damit auch Schulversagen, etwa jeder zweite Jugendliche ist arbeitslos. Das sind die Folgen der EU-Politik für Kinder und Jugendliche.

Im Gegensatz zu Spanien oder Portugal muss in der Steiermark kein Kind auf der Straße schlafen oder hungern, allerdings verschärft sich die Situation auch hier deutlich, sagt Caritas-Präsident Franz Küberl: Bei uns sind gut zehn Prozent der Kinder armutsgefährdet oder akut arm.

Wohin ist das Geld, das durch Kürzung von Sozialleistungen und höheren Steuern „eingespart“ wurde, geflossen? Der Gesamtumfang der von 2008 bis zum 1. Oktober 2012 von der EU-Kommission für die Finanzbranche genehmigten Beihilfen betrug 5,0589 Billionen Euro. Das geht aus dem veröffentlichten Beihilfenanzeiger hervor. Eine unvorstellbare Summe. Sie entspricht 40,3 % des Bruttoinlandsprodukts der EU. Mehr als die Hälfte der Beihilfen für Banken entfiel auf drei Länder: Großbritannien (19 %), Irland (16 %) und Deutschland (16 %).

Wärst du nicht reich, wär ich nicht arm, lautet ein Sprichwort. Es wird immer deutlicher: Die EU ist eine Konstruktion im Interesse der Banken und Konzerne. Die von der EU verordneten Sparmaßnahmen schaffen immer mehr Armut – und die Reichen werden reicher.

Renate Pacher, KPÖ-Stadträtin in Knittelfeld

19. Februar 2013