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EStAG und Energie Graz senken Gaspreis

KPÖ-Forderung erfüllt – im März noch Absage von SPÖ, ÖVP und FPÖ

Der Gaspreisindex der Austrian Energy Agency zeigt, dass die Großhandelspreise für Erdgas in den letzten Monaten geradezu verfallen sind. Die steirischen Haushalte merken davon nicht viel. Die KPÖ forderte im März im Landtag, dass der steirische Energieversorger EStAG seine Tarife senken müsse. Nun reagiert die EStAG endlich, die Energie Graz zieht mit.

KPÖ-LAbg. Werner Murgg verlangte in der Landtagssitzung am 15. März eine deutliche Senkung des Gastarifs, welche die Entwicklung des Marktpreises widerspiegelt. Vergleichbare Landesenergieversorger bieten Erdgas deutlich billiger an.

Damals erteilten SPÖ, ÖVP und FPÖ dem Anliegen eine Abfuhr. „Die Zeit der Lohn- und Preisabkommen ist vorbei, es gibt so etwas wie Märkte“, verteidigte ÖVP-LAbg. Pichler-Jessenko die hohen Tarife. „Die EStAG ist ein freies Unternehmen, die Politik hat da keinen Einfluss“, kommentierte der FP-Abgeordnete Anton Kogler die Preispolitik des 75 % im öffentlichen Eigentum stehenden Energieversorgers.

Zwar hat es im Vorjahr eine Preissenkung gegeben, diese erfolgte allerdings vor dem Preisverfall. Die letzte Änderung des Tarifs davor hat die EStAG 2011 vorgenommen, damals wurde der Preis um 7,2 % angehoben, wie der Geschäftsbericht zeigt. Mit der nun angekündigten Senkung ab 1. Oktober wird der Preis um ca. sieben Prozent sinken.

KPÖ-LAbg. Werner Murgg: „Auch wenn es lange gedauert hat, die EStAG hat nun reagiert und gibt die günstigen Preise zumindest teilweise an die Haushaltskunden weiter. Es ist unverständlich, warum sich die Regierung und auch die FPÖ geweigert haben, für eine Preiskorrektur einzutreten. Die Haushaltskunden machen nur einen Bruchteil des Gasgeschäfts aus, auf die Gewinnanteile des Landes hat eine fairere Tarifpolitik kaum Auswirkungen.“

6. Juli 2016