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Erneuter Abriss von historischem Gebäude in Graz: Neues Altstadt-Gesetz dringend notwendig!

KPÖ-Kaltenegger und Fabisch: Altstadtschutz hat für KPÖ weiterhin Vorrang

Trotz negativem Gutachten der Altstadtkommission lässt ÖVP-Stadträtin Fluch den Abriss eines 300 Jahre altes Haus in der Kärntner Straße 418 zu. Der Altbau soll einer Bank- und Versicherungsfiliale weichen. Damit setzt die schwarz-grüne Koalition eine unselige Tradition fort, die die Grazer Altstadt immer weiter schrumpfen lässt.

KPÖ-Gemeinderat Mag. Andreas Fabisch kritisiert an der Vorgangsweise der neuen Planungsstadträtin Fluch vor allem, dass erneut „wirtschaftliche Überlegungen“ als Argument für die Zerstörung historischer Bausubstanz angeführt werden. Fabisch: „Natürlich sind Neubauten oft profitabler, aber die Grazerinnen und Grazer dürfen von der Politik zu Recht einen verantwortungsvollen Umgang mit der Altstadt erwarten, der auch andere Überlegungen einbezieht. Einen derartig berechnenden Umgang mit historischen Bauten hat Graz nicht verdient.“

Widerstand gegen einen effizienten Schutz der Grazer Altstadt erfährt auch KPÖ-Landtags-Klubobmann Ernest Kaltenegger, der bereits seit 2005 für ein neues Altstadtschutzgesetz kämpft. Obwohl längst alle Details geklärt sind, scheitert ein rascher Beschluss am fortdauernden Widerstand der ÖVP.

Ernest Kaltenegger: „Leider war das Kommod-Haus nicht allen eine Lehre. Es hat sich immer wieder gezeigt, dass das bestehende Gesetz der Altstadt keinen ausreichenden Schutz vor Spekulantenwillkür bieten kann. Mit dem Argument der mangelnden Wirtschaftlichkeit kann praktisch jedes Haus dem Erdboden gleichgemacht werden. Die KPÖ ist zuversichtlich, dass das neue Altstadtschutzgesetz noch im Frühjahr dem Landtag vorgelegt werden kann.“

4. April 2008