Equal Pay Day

Erstmals Aktion in Knitterfeld - von StR. Ing. Renate Pacher organisiert

Der „Equal Pay Day“ fiel heuer österreichweit auf den 11. Oktober. Zu diesem Datum haben Männer bereits jenes Einkommen erreicht, für welches Frauen noch bis zum 31. Dezember arbeiten müssen. Frauen müssen also statistisch gesehen 82 Tage länger arbeiten um das gleiche Einkommen zu erreichen.

Ganzjährig vollzeitbeschäftigte Männer kommen durchschnittlich auf ein Bruttoeinkommen von 48.863 Euro, Frauen auf 37.935 Euro. Das ist eine Differenz von 10.928 Euro oder 22,4 Prozent. In Österreich ist die Lohnschere besonders groß. Im EU-Vergleich liegt unser Land auf dem vorletzten Platz.
Nur in Estland sind die Unterschiede noch größer. Dass es auch anders gehen könnte zeigen Länder wie Slowenien (2,9 Prozent) und Malta (4,5 Prozent), in denen es die größte Lohngerechtigkeit gibt. Auch in Italien ist der Wert mit 6,5 Prozent Einkommensdifferenz vergleichsweise niedrig.

Um auf dieses Unrecht aufmerksam zu machen wird jedes Jahr der „Equal Pay Day“, der „Tag der Einkommensgerechtigkeit“ begangen. Heuer hat sich die Gemeinde Knittelfeld auf Initiative der KPÖ erstmals daran beteiligt. Unter dem Motto „Fairer Kaffee für faire Bezahlung“ gab es am Vormittag des 11. Oktober am Knittelfelder Gemeindeamt Fair-Trade-Kaffee und eine Torte, die auch optisch auf die Ungleichbehandlung aufmerksam macht.
Niedrige Löhne und Gehälter bedeuten Armutsgefährdung und später – durch die niedrigeren Pensionen – Altersarmut. Wir brauchen Einkommen, von denen die Beschäftigten gut leben können – bei den Frauen ist der Nachholbedarf besonders groß.

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Diese Aktion wurde vom Referat Kinder, Jugend und Familie durchgeführt. Knittelfeld ist meines Wissens nach Graz die erste steirische Gemeinde, die eine solche Veranstaltung durchgeführt hat. Das freut mich als Frauenreferentin der Stadt Knittelfeld besonders.

StR. Ing. Renate Pacher
renate.pacher@kpoe-steiermark.at

26. Oktober 2016