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Equal pay day: Frauen sind von sinkenden Löhnen doppelt betroffen

Claudia Klimt-Weithaler: Endlich Mindestlohn einführen!

Am 6. Oktober haben Männer in der Steiermark bereits jenes Einkommen erreicht, für welches Frauen noch bis zum 31. Dezember 2012 arbeiten müssen. Daran erinnert KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler anlässlich des „equal pay day“.

Nach wie vor ist Österreich bei den Einkommensunterschieden zwischen Männern und Frauen eines der Schlusslichter in Europa. Negativer Rekordhalter ist Österreich auch bei den Reallöhnen, die seit der Euro-Einführung vor 10 Jahren in keinem anderen Land so stark gesunken sind. Bei den unbezahlten Tätigkeiten, etwa in Haushalt und Familie, tragen Frauen eine ungleich höhere Last als Männer. Auch von den Belastungen durch die von der EU gesteuerte Kürzungspolitik im Sozialbereich sind Frauen in einem besonderen Ausmaß betroffen, etwa durch den Kahlschlag im Bereich der Familienentlastung.

Mehr als 300.000 geringfügig Beschäftigte gibt es mittlerweile in Österreich, 66 % davon sind laut einer Studie des Sozialministeriums Frauen. Gerade ‚typische Frauenberufe‘ sind in der Regel schlecht bezahlt. Auch die nur minimale Anhebung der Geringfügigkeitsgrenze im Jahr 2012 bedeutet für geringfügig Beschäftigte, dass diese im besten Fall 0,5 % mehr Lohn erhalten. Dass davon besonders Frauen betroffen sind, ist keine Laune der Statistik. Die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns sei eine dringend gebotene Maßnahme gegen Lohndumping und Armut, betont Klimt-Weithaler.

Claudia Klimt-Weithaler: „Dieser Tag erinnert uns daran, wovor wir am 8. März gewarnt haben. Was wir brauchen, sind Löhne, von denen die Beschäftigten leben können – bei den Fraueneinkommen gibt es einen besonders hohen Nachholbedarf. Weil es noch immer keinen gesetzlichen Mindestlohn gibt, rutschen immer mehr Menschen trotz bezahlter Beschäftigung in die Armut. Besonders häufig sind davon Frauen betroffen.“

4. Oktober 2012