Equal Pay Day - heuer am 9. Oktober

Ing.in Renate Pacher, Stadträtin und Frauenreferentin in Knitterfeld, zum Equal Pay Day

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Der „Equal Pay Day“ fällt heuer in der Steiermark auf den 9. Oktober. Ab diesem Tag haben die steirischen Männer bereits jenes Einkommen erreicht, für welches die Steirerinnen noch bis zum 31. Dezember arbeiten müssen. Frauen müssen statistisch gesehen 84 Tage länger arbeiten um das gleiche Einkommen zu erreichen. Das ist ein großes Unrecht! 

Vollzeitbeschäftigte Frauen erhalten in der Steiermark 22,9% weniger als Männer. An diesem großen Unterschied hat sich in den letzten Jahren kaum etwas geändert. Nach wie vor ist Österreich bei den Einkommensunterschieden zwischen Männern und Frauen eines der Schlusslichter in Europa. 
Niedrige Löhne und Gehälter bedeuten Armutsgefährdung und später – durch die niedrigeren Pensionen – Altersarmut. Wir brauchen Einkommen, von denen die Beschäftigten gut leben können! Bei den Frauen ist der Nachholbedarf besonders groß. Um auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen, wird jedes Jahr der „Equal Pay Day“, der „Tag der gleichen Bezahlung“ begangen. Auch die KPÖ führt an diesem Tag Aktionen durch.

Wem nützt die Ungleichheit? Wem nützt es, dass Frauen schlechter bezahlt werden, den Löwenanteil der Teilzeitjobs machen und Hausarbeit und Kindererziehung noch viel zu oft „Frauensache“ ist? Die schlechtere Bezahlung von Frauen ist der Extraprofit der Unternehmer. Sie ersparen durch die schlechtere Bezahlung Milliarden an Lohnzahlungen. Weil viele PolitikerInnen die Interessen der Wirtschaft vertreten, gibt es von Teilen der Politik auch so wenig Bereitschaft etwas gegen dieses Unrecht zu tun.

Weil es noch immer keinen gesetzlichen Mindestlohn gibt, rutschen immer mehr Menschen trotz Arbeit in die Armut. Die KPÖ fordert einen gesetzlichen Mindestlohn von 1.700 Euro und gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.

Ing.in Re­na­te Pa­cher, Stadträ­tin und Frau­en­re­fe­ren­tin in Knit­ter­feld

6. Oktober 2017