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Equal Pay Day 2011: Frauen arbeiten volle 70 Werktage mehr

Kommentar von Renate Pacher

Der 13. April ist  in Österreich der „Equal Pay Day“.  Frauen arbeiten volle 70 Werktage mehr, um auf das gleiche Jahresgehalt zu kommen wie ihre männlichen Kollegen.  Sie müssen also bis zum 13.04. 2011 arbeiten um jenes durchschnittliche Jahresgehalt zu erhalten, das Männer bereits am 31.12.2010 erreicht haben.

Frauen verdienen durchschnittlich um 27 Prozent weniger als Männer. Der Equal Pay Day soll aufzeigen, wie groß die Lohnunterschiede immer noch sind. Die Gründe warum Frauen weniger verdienen sind vielfältig. Nach der Karenz ist es oft schwer einen qualifizierten Job zu finden. Frauen arbeiten Teilzeit und in den traditionell schlechter bezahlten Frauenberufen und es gibt die schlechtere Bezahlung trotz gleichwertiger Arbeit.
Die schlechtere Bezahlung der Frauen bedeutet einen Extraprofit für die Unternehmer. Deshalb gibt es von der Politik nur halbherzige Bemühungen für Veränderungen. Das Gesetz über die Verpflichtung der Betriebe Männer- und Frauengehälter offenzulegen ist eine Farce. Denn es gilt nur für Großbetriebe und die Veröffentlichung der Daten ist strafbar. Es gibt noch immer keinen gesetzlichen Mindestlohn oder Strafen für Unternehmer, die Frauen schlechter entlohnen.

Eine Möglichkeit sind die Wirtschaftsförderungen. Die KPÖ hat im Landtag und in den Gemeinderäten, in denen wir vertreten sind, den Antrag eingebracht, dass nur Betriebe Wirtschaftsförderungen erhalten, die Männer und Frauen gleich bezahlen. Im Landtag und in einigen Gemeinden, wie Knittelfeld, Zeltweg oder Mürzzuschlag, wurde unser Antrag umgesetzt. Das ist noch kein Meilenstein, aber ein kleiner Schritt auf dem Weg zu gleicher Bezahlung. „Frauen dürfen sich nicht länger mit weniger zufrieden geben, als ihnen gebührt. Weiblicher Arbeit gebührt ein höherer Stellenwert“, steht auf der Homepage der Initiatorinnen zum Equal Pay Day zu lesen. Wir sind ganz dieser Ansicht.

Renate Pacher, KPÖ-Stadträtin in Knittelfeld

15. April 2011