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Elementarpädagogik: KPÖ fordert bessere Arbeitsbedingungen

Claudia Klimt-Weithaler: „Bald wird niemand mehr diese wichtigen Berufe ergreifen wollen“

Große Gruppen, unbefriedigende Bezahlung und Arbeitsbedingungen: Die Rahmenbedingungen in der Kinderbetreuung stimmen in unserem Bundesland nicht. Das zeigt auch eine Studie der AK. Die KPÖ hat sich am 9. Juni im Landtag erneut für Verbesserungen eingesetzt – im Interesse der Kinder, der Eltern und der Beschäftigten. SPÖ und ÖVP lehnten die Initiative jedoch ab, die anderen Parteien unterstützten sie.

Kinderbildung und -betreuung für alle Kinder gehören zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben. Die Qualität der Betreuung wird durch die hervorragende Arbeit der ElementarpädagogInnen in den Kinderbetreuungseinrichtungen sichergestellt.

Eine Studie im Auftrag der Arbeiterkammer hat die Arbeitsbedingungen von ElementarpädagogInnen in der Steiermark untersucht. Die Arbeitsbedingungen sind demnach sehr belastend: 30 % der Befragten sind ernsthaft burnout-gefährdet, weitere 21,8 % leiden bereits an Burnout, etwa 3 % sind deshalb bereits arbeitsunfähig. Als Grund für die Überlastung werden u.a. folgende Gründe angegeben:

  • zu wenig Personal (auch für Vertretungen)
  • nicht genügend Vorbereitungszeit
  • Mehrarbeit/Überstunden

2019 wurde unter großem Getöse von der Landesregierung ein neues Kinderbetreuungsgesetz vorgestellt. Trotz umfangreicher Versprechungen löst es die Probleme nicht, sondern hält an unbefriedigenden Standards fest, die schon in den 1980er-Jahren als überholt betrachtet wurden. In der Steiermark überschreitet der Betreuungsschlüssel (PädagogInnen und Hilfskräfte zusammengezählt) die empfohlenen Grenzen bei weitem.

KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler: „Immer weniger junge Menschen wollen als KindergartenpädagogInnen arbeiten. Die Einkommenssituation ist unbefriedigend, der Beruf aufgrund der Personalknappheit belastend. Es ist wie in den Pflege- und Gesundheitsberufen: Es reicht nicht, davon zu reden, es muss endlich wirkliche Verbesserungen geben. Sonst wird es bald niemand mehr geben, der diese Tätigkeiten ausüben möchte, die für unsere Gesellschaft so wichtig sind.“

 

9. Juni 2020