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Eindrücke nach einer Operation auf der Stolzalpe

Gedanken zur Zukunft der steirischen Spitäler

Ich bin von einer Hüftoperation zurück von der Stolzalpe. Danke für die gute ärztliche und pflegerische Betreuung und das gute Essen. Ein Spitalsaufenthalt bietet Gelegenheit für einen etwas tieferen Einblick.

Ab nächsten Sommer soll die interne Abteilung der Stolzalpe geschlossen werden, die Betten der Orthopädie werden reduziert. Das ist Teil des Schließungskonzeptes der SPÖ/ÖVP-Landesregierung für die steirischen Spitäler. Das LKH Knittelfeld ist dann das nächste steirische Krankenhaus mit einer internen Abteilung, auch hier werden Betten reduziert.

Bei den Protesten gegen die Schließung wurde von der ärztlichen Leitung immer wieder gewarnt, wie wichtig die Interne für den Bestand der Stolzalpe ist. Die PatientInnen werden immer älter, Komplikationen dadurch häufiger. Eine interne Abteilung im Haus gibt zusätzliche Sicherheit.

Ich habe gesehen, dass viele PatientInnen weit über Siebzig oder Achtzig sind. Eine ältere Patientin wurde auf Grund von Komplikationen auf die Interne verlegt. Wie wird das in Zukunft sein? Dann steht den betagten Menschen wohl ein längerer Transport nach Knittelfeld bevor. Dort gibt es eine Interne, aber nicht die orthopädische Erfahrung der Stolzalpe. Die Schließungspläne werfen ihre Schatten voraus. Einige der Beschäftigten sehen sich nach anderen Arbeitsmöglichkeiten um. Das bedeutet persönliche Veränderungen und eine Schwächung für die Region Murau.

Die Stolzalpe hat einen sehr guten Ruf. Ich möchte auch in Zukunft dort behandelt werden. Die Spitals-Pläne von SPÖ und ÖVP gefährden dies. Sie sind ein Schaden für die PatientInnen und die Region. Es ist eine Schande, dass in einem reichen Land wie Österreich an der Gesundheit von Menschen gespart wird. Noch sind die Pläne nicht umgesetzt, Widerstand wäre nötig, denn sind die Streichungen einmal geschehen, ist die Zukunft der Stolzalpe ungewiss.

Renate Pacher, KPÖ-Stadträtin in Knittelfeld

14. August 2012