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"EGAM-Siedlung": Nahversorger sperrt zu

Scharfe Kritik von GRin Christine Erschbaumer

Bewohner von Judenburgs Egam-Siedlung sind verärgert: Schuld am Aus ihres Nahversorgers soll der desolate Zustand des Gebäudes sein.

Ist ja keine Weltsensation mehr, wenn Greißler und Supermärkte den Innenstädten Adieu sagen - in Judenburg wird demnächst an der Peripherie ein Schlüssel umgedreht: Am 22. Juni sperrt der im Westen der Stadt angesiedelte Zielpunkt zu. "Das ist ein großer Verlust, die Leute sind sehr verärgert", erzählt uns Christine Erschbaumer, KPÖ-Gemeinderätin und als Bewohnerin der das Geschäft umgebenden Egam-Siedlung selbst betroffen. Vor allem ältere Menschen, die nicht mehr wirklich mobil sind, fühlen sich ihres Nahversorgers beraubt.

An allzu müdem Kundeninteresse dürfte das Aus nicht liegen. Erschbaumer weiß von flotter Frequenz, die Parkplätze seien meist gut ausgelastet, und zur Mittagszeit würden Lehrlinge umliegender Firmen sich ordentlich mit Jause eindecken. Nein, dem Vernehmen nach lässt der extrem renovierungsbedürftige Zustand des Gebäudes den Betrieb eines Lebensmittelgeschäftes nicht mehr zu.
Hauseigentümerin ist die Raiffeisenbank. "Die Bank hat beschlossen, nichts mehr zu tun. Das ist wirklich schade", hört man aus Kreisen der Supermarktkette. Hinweise auf die desolate Situation hätten schon während der vergangenen Jahre nicht gefruchtet. Eine offizielle Stellungnahme war gestern weder seitens Zielpunkt noch seitens des Geldinstitutes zu erhalten.
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Raiffeisenbank nichts unternimmt, damit das Gebäude erhalten bleibt", wundert sich Christine Erschbaumer.

(Kleine Zeitung, Region Murtal, 17. 5. 2012)

16. Mai 2012