Die Lehren des 12. Februar 1934

Als in Österreich die Demokratie ausgeschaltet wurde

Zerstörte Arbeiterwohnung in Wien, 1934

Am 12. Februar 1934 haben österreichische Arbeiter zur Waffe gegriffen. Durch diesen verzweifelten Akt der Notwehr sollte die Ausschaltung der Demokratie durch den Faschismus verhindert werden. Der Aufstand wurde niedergeschlagen. In Österreich wurde eine Diktatur errichtet, die in weiterer Folge dem Nationalsozialismus den Boden bereitete. Der 12. Februar ist ein Gedenktag für die gesamte Arbeiterbewegung in unserem Land.

Der 12. Februar 1934 hat für die steirischen Kommunistinnen und Kommunisten eine besondere Bedeutung. Nach der Niederlage des Aufstandes sind nämlich zahlreiche frühere Mitglieder der Sozialdemokratie zur KPÖ übergetreten und haben in deren Reihen gegen den Austrofaschismus und gegen die drohende Okkupation Österreichs durch Nazideutschland gekämpft. Bekannte Namen aus der Steiermark sind in diesem Zusammenhang – um nur einige zu nennen – die Brüder Otto, Walter und Ernst Fischer, der frühere Betriebsratsobmann der Niklasdorfer Papierfabrik Heribert Hütter, Heinrich Pongratz aus Graz oder Viktor Elser aus der Weststeiermark.

Die Februarkämpfe in der Steiermark haben auch in der deutschsprachigen Literatur ihren Niederschlag gefunden. So sei an die Koloman-Wallisch-Kantate von Bertolt Brecht und an den Roman „Der Weg durch den Februar“ von Anna Seghers erinnert. Michael Scharang hat den Kameraden des Koloman Wallisch ein literarisches Denkmal gesetzt.

Der Aufstand des Februar 1934 endete mit einer Niederlage der Arbeiterbewegung und mit einem Sieg des Faschismus in Österreich. Auch wenn Vergleiche nicht leichtfertig gezogen werden sollen: Beim Gedenken an den 12. Februar 1934 sollte man nicht vergessen, dass es auch heute politische Kräfte gibt, die vor der Ausschaltung der Demokratie und vor Kriegen nicht zurückschrecken, wenn sie ihre Geschäftsinteressen in Gefahr sehen.

11. Februar 2020