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Die Airpower ist ein falsches Signal!

Kommentar von Renate Pacher

In unseren Sozialsprechstunden erlebe ich ständig wie schwer viele über die Runden kommen. Die Löhne sind niedrig, die Pensionserhöhungen ein Witz.  Leistungen wurden gekürzt oder gestrichen. Zum Beispiel ist die Höhe der Wohnbeihilfe trotz enormer Teuerung seit Jahren eingefroren. Für die Airpower hingegen sitzen die Steuermillionen sehr locker, hier werden Einsparungen nicht einmal andiskutiert.

Laut Wikipedia ermittelte die Weltgesundheitsorganisation Lärm als zweitgrößtes Gesundheitsrisiko. Bei einem Schalldruckpegel von über 120 Dezibel kann ein einmaliges Lärmereignis schon das Gehör schädigen. Bei den Übungsflügen für die Airpower wurden bis zu 132 Dezibel! gemessen, das ist protokolliert. Die Lärmbelastung rund um die Airpower ist gesundheitsgefährdend. Hinzu kommt noch die Klima- und Umweltschädigung durch Flugbenzin und Anreiseverkehr. Rund 300.000 Liter Kerosin werden allein von den Flugzeugen verbraucht.

Die Flugschau wird vom Bundesheer als „Veranstaltung für die ganze Familie“ beworben. Dort werden Kampfflugzeuge gezeigt. Waffen, konstruiert um möglichst effektiv zu töten – ganze Familien auszulöschen. Die Airpower ist wahrlich eine „Familienveranstaltung“ der besonderen Art.

Wir brauchen Investitionen in nachhaltige und gut bezahlte Arbeitsplätze. Die Airpower ist ein Zweitages-Event, umweltschädigend, ohne langfristigen Nutzen. Von den Fans der Airpower würde ich mir etwas Nachdenklichkeit wünschen, von den KritikerInnen, dass sie ihre Meinung laut kundtun und die verantwortlichen PolitikerInnen damit konfrontieren.

P.S.: Klimaforscherin Univ. Prof. Drin Helga Kromp-Kolb: „Es ist ein falsches Signal – angesichts dessen, wohin wir uns als Gesellschaft bewegen müssen. Es geht um Luftqualität, Emissionen, Klimawandel. Die Vorstellung, dass die Zukunft in „Schneller, stärker, größer“ liegt, die ist einfach überholt.“

KPÖ-Stadträtin Renate Pacher, Knittelfeld

29. Juni 2013