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Der Euro ist ein Teuro

Inflation bei Gütern des täglichen Bedarfs beträgt 7,1 Prozent

Mit Schrecken stellt man fest, wie teuer alles geworden ist. Rechnet man den Preis bestimmter Produkte in Schilling um, verschlägt es einem den Atem. Früher hatte man das Gefühl mit 100 Schilling in der Brieftasche genug Geld für alle Eventualitäten eingesteckt zu haben. Sind heute zehn Euro in der Geldbörse, ist es höchste Zeit, den nächsten Bankomaten aufzusuchen.

Bereits im Jänner 2011 betrug die Inflation 2,4 Prozent und es ging munter weiter. Mit September sind wir bei 3,6 Prozent angelangt. Aber die Inflationsrate ist nur die halbe Wahrheit. Der Berechnung der Inflationsrate liegt ein Warenkorb zugrunde, der alles Mögliche berücksichtigt, aber nicht den täglichen Einkauf und die laufenden monatlichen Zahlungen widerspiegelt. Viel deutlicher werden die Belastungen durch den so genannten „Miniwarenkorb“. Er enthält Nahrungsmittel und Energiekosten und entspricht damit eher dem täglichen Einkauf.

Dieser Miniwarenkorb ist im September gegenüber dem Vorjahr um 7,1 Prozent! gestiegen. Besonders teuer waren wieder einmal Mineralölprodukte (+18 Prozent). Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke haben sich um 4,5 Prozent verteuert. Für Kaffee (+ 27 Prozent), alkoholfreie Getränke (+ 11,3 Prozent) und für Molkereiprodukte und Eier (+ 6 Prozent) mussten die KonsumentenInnen deutlich mehr bezahlen als noch im September 2010.

Es gibt immer mehr Menschen, die von ihrem Einkommen nicht mehr leben können. Die mageren Pensionserhöhungen in den letzten Jahren waren ein völlig ungenügender Ausgleich für die Teuerung. Die Realeinkommen der arbeitenden Menschen sinken seit dem EU-Beitritt ständig. Besonders schlimm ist es für Menschen mit geringem Einkommen. Die Reallöhne des untersten Zehntels der Berufstätigen sind von 1998 bis 2009 um 31 Prozent! gesunken. Wem will man da noch weismachen, die EU und die Rettung des Euro sei im Interesse der arbeitenden Menschen?

Renate Pacher, KPÖ-Stadträtin in Knittelfeld

10. November 2011