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Das teure tägliche Brot

als Biosprit und Spekulationsobjekt

Einst wurde für die EU mit günstigen Preisen geworben. Zwölf Jahre nach dem EU-Beitritt kommt es zu ausserordentlch hohen Verteuerungen.

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Mit günstigeren Gütern des täglichen Bedarfs hat die damalige Staatssekretärin Brigitte Ederer für die EU geworben. Tausend Schilling würde sich jede Familie im Monat beim Einkauf ersparen. Tatsächlich sind zuerst einige Preise gesunken. Solange, bis die meisten kleinen Händler und Produzenten verdrängt waren. Heute diktieren wenige Handelskonzerne die Preise.

„Gib uns unser tägliches Brot“ bitten Millionen von Gläubigen auf aller Welt. Damit kommt zum Ausdruck, dass Brot und Getreide etwas Besonderes sind. Dieses „Besondere“ wird heute zu Treibstoff verarbeitet. Dadurch entstehen Engpässe in der Lebensmittelproduktion. Das bedeutet hohe Preise bei uns und Hungerkatastrophen in den Entwicklungsländern. Außerdem sind heute alle Waren, so auch die Lebensmittel,  Spekulationsobjekte gewissenloser Börsenspekulanten.

Beim Strom und anderen Güter ist es, wie Landeshauptmann Voves zugeben musste: Die Stromerzeugung wurde verkauft und deshalb haben wir keinen Einfluss auf die Preisgestaltung. Vor dem EU-Beitritt unterlagen wichtige Waren einer amtlichen Preisregelung. Diese wurde aufgehoben. Damals versicherte Handelsminister Staribacher,   der Staat werde immer die Rute im Fenster haben um eingreifen zu können. Heute ist diese „Rute“ ist längst verdorrt, dafür blühen die Profite der Ölkonzerne.

Wir sind der Meinung, um im Sinne der Allgemeinheit und gegen die Interessen der Konzerne handeln zu können, muss es auf die Preise bestimmter Waren einen staatlichen Einfluss geben. Außerdem brauchen wir endlich wieder deutliche Lohn- und Pensionserhöhungen, damit sich die Menschen das tägliche Leben leisten können. Dazu benötigen wir aktive Gewerkschaften. Auch die Verarbeitung von Lebensmitteln zu Biosprit ist ein Irrweg.

LAbg. Renate Pacher
E-Mail: renate.pacher@kpoe-steiermark.at
Mail an Renate Pacher

21. April 2008