LKH Graz – Das führte zum Aufnahmestopp auf der Geburtenstation

KPÖ: „Engpass in Graz muss Konsequenzen haben!“

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Obwohl die Zahl der Geburten im Großraum Graz steigt, wollen ÖVP und SPÖ hier sogar noch Betten streichen.

Nach der Schließung der Geburtenstationen in Voitsberg und Bruck an der Mur durch die SPÖ-ÖVP-Landesregierung müssen viele Steirerinnen immer längere Wege auf sich nehmen, um zu einer Geburtenstation zu gelangen. Nun werden auch Frauen im Großraum Graz nach Feldbach, Leoben und Deutschlandsberg gebracht. Für die Betroffenen und deren Angehörige ist das eine unzumutbare Situation, zugleich ein nicht zu vernachlässigendes Risiko für Mütter und Kinder.

Dem Grazer Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ) ist ein Fall bekannt, bei dem einer Frau aus Graz am Wochenende während des Transports in die Geburtenstation nicht mitgeteilt werden konnte, in welches Spital sie nun gebracht werde. „Die Ereignisse sind alarmierende Vorzeichen dessen, was uns durch Fehlplanungen in der Gesundheitsreform in den nächsten Jahren droht. Wenn es schon bei Geburten, die sich durch eine neunmonatige Schwangerschaft ja ziemlich gut planen lassen, derartige Engpässe gibt, kann man erahnen, wie sich die Situation in anderen Abteilungen in nächster Zeit zuspitzen werden  wo akute Erkrankungen, die nicht absehbar sind, behandelt werden“, so Krotzer.

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Claudia Klimt-Weithaler und Robert Krotzer haben vor der gefährlichen Entwicklung gewarnt. Ein Umdenken von Landesrat Drexler sei dringend nötig, heißt bei der KPÖ.

Claudia Klimt-Weithaler, KPÖ-Klubobfrau im steirischen Landtag, hat sich vehement gegen die Schließungen der Geburtenstationen gewehrt. Von Seiten der Landesregierung wurden stets alle Argumente vom Tisch gewischt. Jetzt zeigt sich, dass der planlose Abbau von Spitalsbetten – in der Grazer Geburtenstation sollen trotz des starken Bevölkerungszuwachses bis 2025 weitere Betten eingespart werden(!) – mit dem tatsächlichen Bedarf nicht in Einklang zu bringen ist.

„Die so genannte Gesundheitsreform von ÖVP-Landesrat Drexler zielt vor allem auf Einsparungen ab. Das ist der falsche Weg. Der Engpass in Graz muss Konsequenzen haben. Große Teile des Strukturplans müssen jetzt neu diskutiert werden, damit solche Krisen im steirischen Gesundheitswesen nicht zur Normalität werden“, erinnert Klubobfrau Klimt-Weithaler Landesrat Drexler an seine Verantwortung für die Ereignisse in Graz.

Ärztinnen und Ärzte auf der Geburtenstation genießen, so wie das Pflegepersonal, einen hervorragenden Ruf, betont die KPÖ. „Sie werden durch ein derart unsensibles und kurzsichtiges ‚Gesundheitsmanagement‘ unter Druck gesetzt, werdende Mütter werden verunsichert“, sagt auch die Grazer KPÖ-Obfrau Elke Kahr.

 

24. August 2017