Archivierte Artikel: Die enthaltenen Informationen sind möglicherweise veraltet.

Das Aichfeld ist oft eine Lärmhölle

Kommentar von Gemeinderat Erich Wilding, Spielberg

Airpower, Abfangjäger, Autobahn, ÖBB, Air Race, Red-Bull-Ring: Lärmquellen gibt es bei uns leider genug. Rund um den 23. Oktober  waren Veranstaltungen am Ring wieder so laut, dass dies sogar ein Medienecho gefunden hat. Auch bei uns haben sich viele beklagt.

Teilweise halten sich die Belastungen im Rahmen, aber an sehr vielen Tagen ist es einfach unerträglich. Dabei werden nicht nur die SpielbergerInnen belastet, je nach Art der Veranstaltung und Witterungsverhältnissen dringt der Lärm bis in die hintersten Winkeln des Aichfeldes. Motorenlärm am Wanderweg und auf der Almhütte ist leider bei uns keine Seltenheit. Es werden auch jene zwangsbeglückt, die weder Motorsportfans sind, noch sonst vom Red-Bull-Ring profitieren.

Dabei sind es nicht die großen Veranstaltungen, wie Formel 1 oder DTM, sondern die zahlreichen kleinen Rennen, die viele Menschen zur Verzweiflung bringen. Ich höre viele Klagen, öffentlich trauen sich aber nur wenige das auszusprechen. Leider habe ich den Eindruck, dass die Politik die Lärmbelastung der Bevölkerung kritik- und tatenlos in Kauf nimmt.

Wie immer man zum Projekt Spielberg steht, die Forderung nach einer Lärmreduzierung ist kein Angriff auf das ganze Projekt. Die Forderung nach Lärmreduzierung ist die Anerkennung, dass der Wunsch der Menschen nach einem lebenswerten Umfeld legitim ist. Wer am Red-Bull-Ring seine Runden dreht, tut dies wahrscheinlich mit schallgedämmten Helm. Wer zu uns zu einem Rennen kommt, fahrt danach wieder nach Hause. Die BewohnerInnen des Aichfeldes müssen aber das ganze Jahr über mit dem Lärm leben.

Es gibt in der heutigen Zeit sicherlich auch technische Möglichkeiten (z.B. Schalldämpfer) um Abhilfe zu schaffen. Aber auch eine Verringerung der Anzahl von besonders lärmintensiven Veranstaltungen darf kein Tabu sein: Weil der Mensch zählt, wie es uns ja von Plakatwänden und in Werbeslogans immer wieder versichert und versprochen wird.

KPÖ-Gemeinderat Ing. Erich Wilding, Spielberg

14. November 2016