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Bomben auf Belgrad. 10 Jahre danach

Stellungnahme der steirischen KPÖ

Vor zehn Jahren, am 24. März 1999, startete die NATO ihren völkerrechtswidrigen Luftkrieg gegen Jugoslawien. Massive Zerstörungen der Infrastruktur, zahlreiche Todesopfer unter den Zivilbevölkerung und die massive Flucht von Angehörigen der albanischen Volksgruppe aus dem Kosovo waren die Folge.
Die österreichischen Massenmedien und auch die Regierung unter Bundeskanzler Klima und Außenminister Schüssel unterstützten den Krieg mit dem Verweis, dass dadurch eine humanitäre Katastrophe abgewendet würde.

Zehn Jahre danach gibt es die humanitäre Katastrophe: Im Kosovo müssen Menschen nicht-albanischer Nationalität und Kulturdenkmäler aus dem Mittelalter vor nationalistischen Attacken geschützt werden, die kosovarische Drogenmafia hat EU-weite Berühmtheit erlangt, die verbreitete Korruption im Pseudostaat Kosovo ist ein offenes Geheimnis, Jugoslawien ist weiter aufgesplittert worden – und im Kosovo befindet sich einer der größten Luftwaffenstützpunkte der USA.
Die Bomben der NATO haben in Serbien aber neue Absatzmärkte für westliche Konzerne und Banken, auch die österreichischen, erschlossen.
Die NATO-Bomben des Jahres 1999 sollten auch dazu beitragen, die Erinnerung an das unabhängige, blockfreie und sozialistische Jugoslawien von Josip Broz Tito zu zerschlagen.

Der steirische KPÖ-Vorsitzende Franz Stephan Parteder: „10 Jahre nach der Aggression kann man derartige Meldungen auch in den Medien finden. Vor 10 Jahren wurde dagegen überall eine antiserbische Hysterie sondergleichen geschürt.
Die steirische KPÖ hat damals mit ihrem Protest gegen den Krieg eine Minderheitenposition vertreten, die heute – auch nach den Erfahrungen des Irak-Krieges – von viel mehr Menschen als damals unterstützt wird.
Für uns gilt nach wie vor, was wir vor 10 Jahren nach Beginn der Aggression erklärt haben: Der Krieg wird immer von den Mächtigen und von den Reichen befohlen. Die Draufzahler bei einem Krieg sind aber immer die armen Leute: Die Bombenopfer, die Mütter und Kinder in den Luftschutzkellern, die Flüchtlinge an den Grenzen und auch die Soldaten im Feld. Bomben, Granaten und Gewehrkugeln machen keinen Unterschied, ob jemand Serbe oder Albaner ist. Sie töten Menschen.“

23. März 2009