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"Bis zur Gleichberechtigung gibt es noch viel zu tun"

KPÖ-Abgeordnete Claudia Klimt Weithaler zum Internationalen Frauentag

Zum Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen der KPÖ zum Internationalen Frauentag nimmt Landtagsabgeordnete Claudia Klimt-Weithaler zur Situation der Frauen(politik) in Österreich Stellung.

„Wir brauchen eine Frauenpolitik, die Maßnahmen setzt – Plakatwände mit Frauenthemen allein sind zu wenig! Wir brauchen Einrichtungen und Projekte, die Mädchen und Frauen beraten und unterstützen, an diesen darf nicht der Sparstift angesetzt werden! Wir brauchen flächendeckende und qualitativ hochwertige Kinderbetreuungseinrichtungen, die sich Eltern leisten können! Wir brauchen eine Frauenpolitik, die endlich an den Lebensrealitäten der Frauen ansetzt.

Den Internationalen Frauentag gibt es seit mittlerweile 95 Jahren. Er wird am 8. März begangen und jedes Jahr melden sich dazu unzählige Menschen, die darauf aufmerksam machen. Es gibt aber auch viele Stimmen die meinen, das sei nicht mehr zeitgemäß. Mädchen wachsen heute mit dem Gefühl auf, dass sie gleichberechtigt sind und ihnen später alle Türen offen stehen – oder zumindest genauso viele wie den Burschen. Die Frauenbewegung erscheint ihnen oft antiquiert, denn deren Ziele sind ja vermeintlich schon erreicht. Das böse Erwachen kommt erst nach dem Schulabschluss, bei Studentinnen oft erst nach dem Examen: ihre Berufs- und Aufstiegschancen sind schlechter, Frauen bekommen in vielen Bereichen für gleiche Arbeit weniger Geld als ihre männlichen Kollegen.

Frauen werden immer mehr in Beschäftigungsverhältnisse gedrängt, die großteils nicht existenzsichernd sind. Die starke Ausweitung von Teilzeitarbeit und geringfügiger Beschäftigung tragen wesentlich dazu bei, dass die Einkommensschere zwischen den Geschlechtern immer größer wird. Frauen leisten nach wie vor weitaus mehr unbezahlte Familienarbeit als Männer. Es gibt keine flächendeckende Kinderbetreuung, und wenn es ums Sparen geht, wird als erstes bei Einrichtungen und Initiativen gekürzt, die Mädchen/Frauen beraten und unterstützen.

Frauenpolitik stagniert bei uns nicht, sie geht rückwärts! Wir brauchen eine Frauenpolitik, die an den Lebensumständen der Frauen ansetzt und keine Alibihandlungen! Und erst, wenn wir wirklich gleichberechtigt sind, möge der Internationale Frauentag ein Tag sein, den wir aus historischen Gründen feiern. Aber bis dahin gibt es noch unheimlich viel zu tun!“

Veranstaltung in Graz
Veranstaltung in Knittelfeld

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3. März 2006