„Bilden oder Parken?“ – KPÖ-Aktion zum Tag der Elementarbildung

Aufwertung der Bildung statt Abwertung des Berufs: Kinder brauchen Profis!

Kindergärten und Kinderkrippen sind ein wesentlicher Teil des Bildungssystems in Österreich. Mit altersgemäßer Pädagogik wird der Grundstein für einen erfolgreichen Übergang zur Schulbildung gelegt. Kinder haben unterschiedliche Bedürfnisse und Stärken. Mit der von der Landesregierung durchgeführten Abwertung der beruflichen Qualifikation für PädagogInnen wird jedoch ein Wechsel in Richtung Aufbewahrungsstätte vollzogen. Damit wird das Versagen der Politik im Bereich der Kinderbildung und -betreuung noch deutlicher.

Der Tag der Elementarbildung ist ein österreichweiter Aktionstag, der seit 2018 jährlich am 24. Jänner stattfindet. Aus diesem Anlass führte die KPÖ am Freitag eine Aktion vor dem Landhaus in Graz durch. Dabei wurden Spielzeugautos und Parkplätze in Szene gesetzt, mit denen verdeutlicht wurde, dass elementarpädagogische Einrichtungen auf lange Sicht zu Aufbewahrungsstätten für Kinder umfunktioniert werden, wenn die Politik keine Kehrtwende vollzieht.

 

2020 war ein herausforderndes, bedrückendes, anstrengendes, für viele auch beängstigendes Jahr. Die Berufsgruppe der ElementarpädagogInnen war mit großen Versäumnissen der Landespolitik konfrontiert, da der Bereich der elementaren Pädagogik monatelang einfach vergessen wurde. An den Rahmenbedingungen änderte sich dagegen nichts: Zu wenig Personal, herausfordernde Arbeitsbedingungen und eine nicht angemessene Bezahlung führen dazu, dass trotz entsprechender Ausbildung immer weniger Menschen bereit sind, diesen Beruf auszuüben. Statt die Rahmenbedingungen zu verbessern, wurden in der Steiermark einfach die Anfordernisse an die Ausbildung gesenkt. Da mag kurzfristig gegen Personalengpässe helfen, geht aber in die falsche Richtung.

„Es ist höchste Zeit, dass die Politik die Bedeutung der Elementarpädagogik erkennt und die Rahmenbedingungen verbessert. Immerhin geht es um die Zukunft unserer Kinder. Wer deren Bedürfnisse ernst nimmt, darf die Qualifikation des pädagogischen Personals nicht senken, warnt KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler vor einer weiteren Verschleppung überfälliger Änderungen.

 

Wirkliche Verbesserungen kann es nur geben, wenn endlich bei den Ursachen der Probleme angesetzt wird. Wir brauchen:

• Kleinere Gruppen,

• bessere Bezahlung für die Beschäftigten im Elementarbereich,

• mehr Personal in Kindergärten und Kinderkrippen,

• mehr Zeit für Vorbereitung; Freistellung der Leiterinnen und Leiter,

• Zugang zu hochwertiger Kinderbildung und -betreuung ohne soziale Hürden, sie ist wie die Volksschule ein Grundbaustein der Bildungspolitik und

• mehr Zeit und Personal für Kinder mit Bildungsdefiziten, damit diese nicht von Anfang an mit schlechteren Bedingungen ihre Schullaufbahn beginnen müssen!

Download: Flyer zum Tag der Elementarbildung 2021

Tag-der-Elementarpädagogik-2021-Flyer.pdf

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pdf, 1.9M, 22-01-2021


22. Januar 2021