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Ausbau der B 317: Verkehrshölle droht!

Renate Pacher befürchtet Verschlechterung der Lebensqualität

Gegen den Ausbau der B 317 zu einer mehrspurigen Autobahn gibt es Widerstand. Hunderte von besorgten BürgerInnen nahmen in Neumarkt an einer Informationsveranstaltung teil. Der Verkehrsexperte Hermann Knoflacher warnte eindringlich: Durch den Ausbau zur Autobahn wird diese Strecke für den Transitverkehr attraktiv. Eine Verkehrshölle, die die engen Täler mit Lärm und Abgasen füllt, wäre die Folge. Zahlreiche Studien hätten belegt, dass Autobahnen der regionalen Wirtschaft nicht nützen, sondern schaden. Fritz Gurgiser vom Transit-Forum Tirol schilderte, wie sehr die Tiroler Bevölkerung unter dem Transitverkehr leidet.

In unserer kapitalistischen Privatwirtschaft werden immer mehr Produktionen ins Ausland verlagert. Die regionale Wirtschaft und Infrastruktur werden ausgedünnt, Postämter, Nahversorger oder Schulen geschlossen. Die Menschen werden zu Pendlern, die der Arbeit nachfahren. Aus Profitgründen betreiben Firmen keine Lagerhaltung, LKWs sind das rollende Lager. Güter werden ohne Sinn über tausende von Kilometern verschickt, weil Exportförderungen winken oder die Verarbeitung im Ausland mehr Gewinn bringt. Ausländische Waren überschwemmen unsere Märkte, auch weil der Transport so billig ist. Der öffentliche Verkehr ist teuer und schlecht ausgebaut. In der EU ist der freie Warenverkehr ein Grundprinzip, das nicht behindert werden darf. Eine eigenständige Verkehrspolitik ist Österreich dadurch verwehrt. Das alles führt zur Verkehrslawine.

Wenn viele AnrainerInnen durch den Ausbau der B 317 eine enorme Verschlechterung ihrer Lebensqualität befürchten, dann sind diese Sorgen berechtigt. Für Orte mit starkem Durchzugsverkehr, wie z.B. Neumarkt, muss es Lösungen geben. Diese Lösungen müssen aber im Einklang mit der Bevölkerung gefunden werden. Der Ausbau zur mehrspurigen Autobahn schadet den AnrainerInnen und nützt der schrankenlosen Profitwirtschaft.

15. Mai 2008