AR MUT ist weiblich!

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571.000 Frauen – das sind 14 Prozent der Frauen in Österreich – leben unter der Armutsgrenze und mindestens 6 Prozent der Frauen leben in akuter Armut. Besonders betroffen sind Alleinerzieherinnen, kinderreiche Familien, erwerbslose Frauen, Frauen, die trotz Erwerbsarbeit ein Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle beziehen, Frauen mit Behinderungen, allein lebende Pensionistinnen und Migrantinnen. Generell weisen in Österreich Frauen ein um mindestens 35 Prozent höheres Armutsrisiko auf als Männer. Neben den Frauen selbst sind besonders Kinder Leidtragende dieser Armutssituation.

Armut ist weiblich!

Die Gründe für Frauenarmut sind vielfältig und reichen von schlechteren Bildungsmöglichkeiten über erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt, unzureichende Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Pflegezuständigkeit für Familienangehörige bis hin zu psychischer und physischer Krankheit. Und: Es gibt es eine Dunkelziffer von „versteckter Frauenarmut“, da die Armutsgefährdung vom Haushaltseinkommen ermittelt wird. Hier wird also davon ausgegangen, dass die Mittel in einem Haushalt gleich verteilt werden und es ein gleichberechtigtes Zusammenleben gibt. Wir wissen aber, dass dies nicht immer der Fall ist!

Ein wesentliches Problem ist, dass Frauen in Österreich tendenziell weniger verdienen als Männer. Ein Grund dafür ist die hohe Teilzeitquote. Das ist aber keine hinreichende Erklärung für Nachteile beim Einkommen: Selbst wenn Frauen das ganze Jahr durchgängig in Vollzeit beschäftigt sind, liegen sie in der Steiermark im Schnitt um 64 Prozent unter den männlichen Einkommen. (Quelle: Steirische Statistiken, Heft 12/2011)

Frauen sind daher auch im Hinblick auf soziale Transferleistungen z.B. bei Arbeitslosengeld und Notstandshilfe benachteiligt. Besonders bei den Sozialleistungen, die an das Erwerbsleben gekoppelt sind, kommt es zu deutlichen Unterschieden. Bei Arbeitslosigkeit, im Alter und in sozialen Notlagen müssen sich Frauen aufgrund ihrer meist lückenhaften Erwerbsbiographien, atypischer Beschäftigungsverhältnisse und folglich einem geringeren Einkommen mit weniger oder im schlimmsten Fall mit gar keiner Leistung (z.B. Entfall der Notstandshilfe aufgrund der Anrechnung des Partnereinkommens) begnügen.

Frauen sind anders arm als Männer. Frauenarmut hat verschiedene Facetten, viele Frauen sind von multiplen Armutslagen betroffen und erfahren dadurch auch Mehrfachdiskriminierung.

Mut ist weiblich!

Die KPÖ-Frauen wollen einmal mehr auf diese Situation hinweisen und thematisieren Frauenarmut deshalb am 8. März, dem Internationalen Frauentag. Armutsbetroffene Frauen müssen dabei unterstützt werden, einen Weg aus der Armut zu finden. Dazu müssen entsprechende politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Die breite Öffentlichkeit, Wirtschaft, öffentliche Verwaltungen und Institutionen sowie die Politik müssen verstärkt für die besonderen Problemlagen von Frauen sensibilisiert werden.

Viele Forderungen aus unserem KPÖ-Frauenprogramm, wie z.B. „die Schaffung eines Soforthilfefonds für in Not geratene Frauen“, „die Einrichtung von Übergangswohnungen für Frauen mit Kindern“, „geschlechtssensible Pädagogik im Kinderbetreuungs- und Pflichtschulbereich“ etc. würden Frauenarmut verhindern, wenn sie umgesetzt werden. Wir wollen den Frauen Mut machen und kämpfen für eine Gesellschaft, in der Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht, gleichberechtigt leben können!

Claudia Klimt-Weithaler

28. Februar 2013