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Arena Fohnsdorf: KPÖ vermutet illegale Vergrößerung des Einkaufszentrums

LAbg. Werner Murgg gegen weiteren Ausbau von Einkaufszentren

Im Einkaufszentrum „Arena“ in Fohnsdorf finden derzeit umfassende Baumaßnahmen statt, die Verkaufsfläche wird massiv ausgeweitet. Obwohl die Vergrößerung der Verkaufsfläche rechtlich ausgeschlossen ist, schreiten die Bauarbeiten voran. Die KPÖ lehnt diese Vorgangsweise ab. LAbg. Werner Murgg richtete nun eine Anfrage an den zuständigen Landesrat Kurzmann.

Laut Arena-Manager Werner Gruber sind massive Änderungen geplant, unter anderem werden die Verkaufs- und Betriebsflächen um rund 2.000 Quadratmeter erweitert. Auch die Betriebsfläche eines Elektromarktes wird vergrößert und bei einem KFZ-Markt werden zahlreiche Parkplätze neu errichtet. Zusätzlich wird die Arena West um ein zweigeschoßiges Gebäude im Ausmaß von 2300 Quadratmetern erweitert, dazu kommen Parkplätze im Ausmaß von 5000 Quadratmetern. Die Eröffnung soll noch in diesem Jahr erfolgen.

Landesrat Kurzmann (FPÖ) teilte aufgrund einer Eingabe aus der Bevölkerung bereits am 10.7.2014 mit: „Jegliche bauliche Veränderung des Einkaufszentrums, die zu einer entsprechenden Vergrößerung der Verkaufsflächen führt, ist rechtlich ausgeschlossen. Ebenfalls unzulässig sind zum Beispiel der Abbruch von Baulichkeiten und ein in diesem Zusammenhang stehender Neubau, der Verkaufsflächen vorsieht."

Ungeachtet dessen werden die Bauarbeiten weitergeführt. Die Bevölkerung informierte die Abteilung 13 seit 17. Juli 2014 immer wieder über die voranschreitenden Baumaßnahmen. Die Ankündigung des Managements vom April 2014 wird offenbar vollinhaltlich baulich umgesetzt, ungeachtet der Einwände der zuständigen Fachabteilung.

KPÖ-LAbg. Werner Murgg: „Eine weitere Vergrößerung der Einkaufszentren hätte äußerst negative Auswirkungen. Viele steirische Einkaufszentren sind längst überdimensioniert, verursachen große Verkehrs- und Umweltprobleme und saugen die Kaufkraft aus den Ortszentren ab. Diese sterben dadurch aus und werden immer unattraktiver.“

LAbg. Murgg verweist in diesem Zusammenhang auf einen Vorgang, der die Landespolitik seit Juni beschäftigt: Eine Koalition aus SPÖ und FPÖ hatte damals versucht, im Ausschuss für Raumordnungsfragen überfallsartig eine Gesetzesänderung durchzusetzen. Diese hätte Einkaufszentren einen weiteren Ausbau ermöglicht. Über das Vorhaben wurde vorher nicht informiert. Offenbar hat die Lobby der Einkaufszentren damit gerechnet, dass der Landtag ihren Wunsch erfüllt, denn in Seiersberg wurde schon auf einer Plakatfläche mit einer Vergrößerung geworben. Bis heute ist unklar geblieben, wer die Gesetzesänderung betrieben hat und wie sie in den Ausschuss kommen konnte. Laut Medienberichten hat der FPÖ-Vertreter im Ausschuss, LAbg. Gerald Deutschmann, mit seiner Firma mehrere Bauprojekte in Seiersberg umgesetzt.

11. September 2014