Archivierte Artikel: Die enthaltenen Informationen sind möglicherweise veraltet.

Altaussee: Ein Wochenende zur Erinnerung an Franz Kain

Literaturmuseum würdigt den Schriftsteller und KPÖ-Politiker

Ein Wochenende zur Erinnerung

Eine Veranstaltung des Literatur-Museums Altaussee:

Franz Kain, geb. am 10.01.1922 in Bad Goisern, gestorben am 27.10.1997 in Linz. Schulbesuch im „Stephaneum" in Bad Goisern. Mit 14 Jahren wegen Verteilens von Flugblättern verhaftet und verurteilt. Das war natürlich entscheidend für seine Weiterbildung. Holzknecht in den Revieren von Bad Goisern und Bad Ischl. Im März 1941 neuerliche Verhaftung und im September 1942 zu drei Jahren Zuchthaus wegen Vorbereitung zum Hochverrat durch das Bestreben „die Ostmark vom Reiche loszureißen", verurteilt. Im November 1942 zur Strafbrigade 999 einberufen, nach dem Einsatz in Afrika bis März 1946 in US-amerikanischer Gefangenschaft.

Nach der Rückkehr Beginn seiner journalistischen Tätigkeit in der Kulturredaktion der Tageszeitung „Neue Zeit" unter Arnolt Bronnen, bis zur Pensionierung Chefredakteur. Von 1953 bis 1956 Korrespondent der „Österreichischen Volksstimme" in Berlin Ost und West. Dort Beziehungen zu vielen bedeutenden deutschen Schriftstellern. Von 1977bis 1986 Gemeinderat der KPÖ in Linz.

Während der zweimonatigen Einzelhaft Beginn der literarischen Versuche. Autor des .Aufbau-Verlages" Berlin/ Weimar; ab 1989 wurde sein literarisches Werk von der „Bibliothek der Provinz" betreut. Zahlreiche Ehrungen und Preise, wie der Berufstitel Professor.

In „Der Weg zum Ödensee" ging Franz Kain der Verhaftung von Ernst Kaltenbrunner (SS-Obergruppenführer und als Chef des Reichssicherheitshauptamtes einer der ranghöchsten Funktionäre des NS-Regimes) nach. Auf der Basis eines präzisen geschichtlichen Fundaments, entwarf der Autor auf zwei Erzählebenen eine biographische Skizze des in Österreich geborenen „Polizeihauptmanns des Führers", in der sich auch ein gerne verschwiegener Teil der österreichischen Zeitgeschichte widerspiegelt. Der historisch korrekte „Wildensee" wurde vom Autor aufgrund der stärkeren Symbolkraft mit dem literarisch wirksameren „Ödensee" vertauscht.

Samstag, 6. Oktober 2007
• 17 Uhr: Anna Stacher-Gfall präsentiert Ergebnisse Ihrer Forschungsarbeit, ermöglicht durch das Salinen-Stipendium des Literaturmuseums. „Die Bedeutung des Ausseerlandes für Jakob Wassermann"

• 18 Uhr: Univ. Prof. Dr. Friedbert Aspetsberger (Uni Klagenfurt) „Gelernt - Gekannt. Zu Kains Erzählen"

• 19 Uhr: Alenka Maly „Kain Denkmal" ca. 20minütiger Dokumentationsfilm über Franz Kain, anschl. Diskussion, auf dem Podium: Eugenie (Tochter) u. Margit (Witwe) Kain, Alenka Maly, Prof. Aspetsberger - wir bitten um rege Publikumsbeteiligung

Sonntag, 7. Oktober 2007
• 10.30 Uhr: Dr. Wolfgang Quatember (Leiter des Zeitgeschichtemuseums in Ebensee) „Franz Kain im Widerstand 1934 - 1946", danach Schlussdiskussion

Anmeldung + Zimmerreservierung:
• Info-Büro Altaussee, Tel. +43 3622 71643 oder info.altaussee@ausseerland.at

Die Veranstaltung findet im Festsaal des Kur- und Amtshauses Altaussee, statt. Zwischen den Programmpunkten ist jeweils eine kurze Pause eingeplant. Für einen kleinen Imbiss und Getränke nach der Veranstaltung ist gesorgt. Natürlich berücksichtigen wir auch die „Lange Nacht der Museen" die am 6. Oktober stattfindet.

Eintritt:
• Paketpreis für das ganze Wochenende: 30 Euro (für Mitglieder 27 Euro)

Infos: www.literaturmuseum.at

4. September 2007