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Leiharbeit – modernes Sklaventum

Kommentar von LAbg. Renate Pacher

Leiharbeit hat in den letzten Jahren geboomt. Immer mehr Menschen wurden zur Leiharbeit „gezwungen“, denn oft war es nur über eine Leiharbeitsfirma möglich in einen Betrieb zu kommen.  Kein Wunder, bietet diese Art der Beschäftigung für Unternehmer viele Vorteile. Für die LeiharbeiterInnen sieht es allerdings anders aus.

LeiharbeiterInnen müssen sich stets bewusst sein, dass sie schon am nächsten Tag von einem Betrieb abgezogen werden können. Sie verrichten oft die gleichen Arbeiten, stehen an den gleichen Maschinen, aber sie haben nicht die selben Rechte wie die Stammbelegschaft. Eine Studie über Leiharbeit belegt, dass 65 Prozent der zeitarbeitenden  Frauen und 40 Prozent der Männer an der Armutsgrenze leben. Nur ein Drittel kann von der Arbeit gut leben. Denn laut Gewerkschaft zahlen viele Leihfirmen nicht den gesetzlich verankerten „ortsüblichen Lohn“, sondern nur den kollektivvertraglichen Mindestlohn. Die Wirtschaftskrise hat deutlich gezeigt, dass es die LeiharbeiterInnen sind, die als erste auf die Straße gesetzt werden.

Leiharbeit ist eine Fehlentwicklung, sie führt zu einer Zweiklassengesellschaft am Arbeitsmarkt. Deshalb hat die KPÖ in der letzten Landtagssitzung mehrere Anträge gestellt. Der Landtag soll von der Bundesregierung Maßnahmen zur Zurückdrängung der Leiharbeit verlangen. Ziel soll es sein, diese Beschäftigungsform vollkommen durch reguläre Arbeitsplätze zu ersetzen. Als ersten Schritt sollen Betriebe verpflichtet werden LeiharbeiterInnen nach einer gewissen Einsatzzeit in reguläre Arbeitsverhältnisse zu übernehmen. SPÖ und Grüne haben unserem Antrag zugestimmt. Nur die ÖVP – ganz Unternehmerpartei – hat dagegen gestimmt.


LAbg. Renate Pacher
E-Mail: renate.pacher@kpoe-steiermark.at

30. Mai 2009