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5 Jahre Jugoslawienkrieg

Kosovo-Krieg: 5 Jahre danach

Heute vor 5 Jahren hat der Aggressionskrieg der NATO gegen Jugoslawien begonnen. Es war - wie Werner Pirker in der heutigen Ausgabe der Tageszeitung „Junge Welt“ feststellt – „ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg. Das wäre er auch gewesen, hätte ihm der UN-Sicherheitsrat das Mandat erteilt. Doch Rußland und die VR China hatten ihr Veto dagegen eingelegt. Das alles zählte nicht in Zeiten bellizistischer Euphorie. Individuelle Freiheits-, Minderheiten- und Menschenrechte stünden über dem Recht auf nationale Souveränität, über dem Völkerrecht, wurden die wenigen Gegner des Jugoslawien-Krieges belehrt. Solche waren in konservativen Kreisen häufiger anzutreffen als in Blair/Schröders neuer Mitte und ihrem links-alternativen Anhängsel, das am lautesten »Schluss mit dem serbischen Völkermord!« skandierte.“

Die KPÖ hat damals entschieden gegen die Aggression Stellung bezogen.
5 Jahre danach sieht man klarer. Deshalb wiederhole ich statt eines aktuellen Kommentars meine Aussagen aus dem Jahr 1999:
Der steirische KPÖ-Vorsitzende Franz Stephan Parteder erklärte am Donnerstag: "Wir haben uns von Anfang an gegen Bomben und Vertreibung und auch gegen jeden Nationalismus gewandt. Wenn jetzt die Vertreibung der Kosovo-Albaner durch eine Vertreibung der Kosovo-Serben "ergänzt" werden sollte, wenn UNO-Soldaten zuschauen sollten, wie Roma-Familien oder Montenegriner Racheakten seitens der UCK ausgesetzt werden - und wenn schließlich, die "internationale Staatengemeinschaft" (die 25.000 Bomben auf Jugoslawien abwerfen ließ) den Wiederaufbau des zerstörten Landes vergessen sollte, dann wäre bewiesen, dass die großen humanitären Worte der Staatenlenker nur strategische Interessen verschleiert hätten.
Bleibt Albanien ein unsinkbarer Flugzeugträger der USA? Werden USA-Kampfflugzeuge auch in Zukunft in der Nähe von Kaposvar (keine 200 Kilometer von Graz entfernt) stationiert bleiben? Werden NATO und EU auch in Zukunft Angriffskriege gegen Staaten führen, die ihnen nicht passen?“
Franz Stephan Parteder

24. März 2004