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300 Arbeitsplätze in Hartberg vernichtet: Politik muss jetzt mehr anbieten als Bewerbungskurse

KPÖ-Klubobfrau Klimt-Weithaler: Landesregierung darf nicht tatenlos zusehen!

Heftige Kritik an der Schließung des Hartberger Nähwerks des Textilkonzerns Triumph übt KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler. Sie verweist darauf, dass die Schließung nicht erfolge, weil der Standort keinen Gewinn abwerfe, sondern weil der Mutterkonzern durch diese Maßnahme eine Profitmaximierung erreichen wolle. Der Konzern, der 2008 1,75 Milliarden Euro umsetzte, nennt die Entlassungen eine „Kapazitätsanpassung“.

Die KPÖ erinnert daran, dass sich die Politik freiwillig den Spielregeln der Konzerne unterworfen hat. Jetzt wird darüber gejammert, dass man nichts tun könne, wenn Großunternehmen hunderte Beschäftigte auf die Straße setzen. Die Menschen erwarten von der Politik aber, dass sie nicht tatenlos zuschaut, wenn ihre Existenzgrundlage zerstört wird. Eine Wirtschaftspolitik im Interesse der Bevölkerung muss wieder die Voraussetzungen dafür schaffen, dass der Profitmaximierung ohne Rücksicht auf Verluste ein Riegel vorgeschoben wird. Die von der SPÖ 2005 versprochene, aber nie umgesetzte Landesholding wäre ein geeignetes Instrument.

Claudia Klimt-Weithaler: „Die 300 Beschäftigten, die jetzt ihre Arbeit verlieren, sind zum Großteil Frauen. In einer ohnehin strukturschwachen Region hat das katastrophale Auswirkungen. Der Bezirk Hartberg hat die zweitniedrigsten Einkommen in der Steiermark. Die Landesregierung muss jetzt handeln und die Betroffenen schnell mit sinnvollen Maßnahmen unterstützen. Bewerbungskurse bringen nichts, wenn es keine Firmen gibt, wo man sich bewerben kann.“

25. Juni 2010