20 Jahre Frauenvolksbegehren

KPÖ-Aktion zum Internationalen Frauentag vor dem Grazer Landhaus

Bei ihrer Aktion zum Internationalen Frauentag am 8. März verteilte die KPÖ gemeinsam mit der Grazer Vizebürgermeisterin Elke Kahr und Landtags-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler in der Grazer Herrengasse Nelken an Frauen.

Unter dem Motto „20 Jahre und kein bisschen leise“ erinnerte die KPÖ an das Frauenvolksbegehren von 1997. 650.000 Österreicherinnen und Österreicher haben damals für mehr Frauenrechte unterschrieben. „Die Hälfte der Macht, des Einflusses und des Geldes den Frauen und die Hälfte der Hausarbeit und der Kindererziehung den Frauen!“, das war die Zielsetzung des Frauenvolksbegehrens. Aber viele der vor 20 Jahren erhobenen Forderungen wurden bis heute nicht umgesetzt.

So klafft die Lohnschere zwischen Frauen und Männern nach wie vor weit auseinander – in der Steiermark um 23,54 % bei vergleichbarer Vollzeitbeschäftigung. Notstandshilfe und Mindestsicherung werden noch immer vom Partnereinkommen abhängig gemacht. In Haushalt und Familie tragen Frauen nach wie vor eine ungleich höhere Last als Männer. Trotzdem wurde das Pensionsantrittsalter für Frauen angehoben.

Die KPÖ fordert:

  • Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit
  • Recht auf existenzsichernde Erwerbsarbeit und auf existenzsichernde Pensionen für alle
  • Eigenständiges Leben für Frauen in jedem Alter sichern
  • Die Vereinbarkeit von Beruf und Beziehungs- und Hausarbeit für beide Geschlechter.
  • Flächendeckend ganztägige Kinderbetreuungsangebote für Kinder aller Altersstufen.
  • Frauen- und Mädcheneinrichtungen ausbauen und finanziell absichern

Ziel ist eine Gesellschaft, in der Menschen unabhängig von Geschlecht, Herkunft, ethnischer Zugehörigkeit, Weltanschauung, Alter, sexueller Orientierung und Behinderung gleichberechtigt leben können.

„Die Kürzungen der Landesregierung treffen Frauen oft doppelt und dreifach, zuletzt mit der Kürzung der Wohnbeihilfe“, sagte KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler, „denn Frauen haben ein erhöhtes Armutsrisiko, schlecht bezahlte Arbeitsplätze und müssen oft mit unbezahlter Arbeit einspringen, wenn sich der Staat aus seiner Verantwortung zurückzieht.“

„Es wird sich nur etwas ändern, wenn Druck von unten entsteht. Sich auf die Politik zu verlassen reicht nicht. Es gibt zu viele Frauen, die ihr Leben lang gearbeitet haben und jetzt mit der Mindestpension auskommen müssen“, betont die Grazer Vizebürgermeisterin Elke Kahr.

8. März 2017