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150 Jahre Südbahn: Interessantes Symposium in Mürzzuschlag

Angeregte Diskussion - Bekenntnis zum Semmering-Tunnel

Am Freitag den 22.Juni fand in Mürzzuschlag eine äußerst interessante Veranstaltung des KPÖ-Bildungsvereines statt. Die Veranstaltung bot über den ganzen Tag ein volles Programm. Am Vormittag führte Dr. Gerhard Dienes in die Geschichte der Südbahn die anwesenden Besucher ein. Danach folgte eine literarische Lesung von Prof. Gerhard Balluch. Dieser brachte kurze Texte von bekannten Literaten die teilweise erheiterten, aber auch zum Nachdenken anregten.
Am Nachmittag folgte eine Podiumsdiskussion zum Thema Südbahn heute- ihr Stellenwert in Verkehrs- und Kommunalpolitik

Das Hauptthema war der Semmeringtunnel. Ob dieser gebaut werden sollte war einer der brisantesten Fragestellungen.

Franz Fromm (Verkehrsreferat AK-Steiermark) zeigte den Stellenwert der Steiermark in der EU-Verkehrspolitik auf.

Helmut Uttenthaler (Obmann Fahrgast Steiermark) betonte die Wichtigkeit des Nahverkehrs und der Zeitgewinnung beim Fernverkehr für den Fahrgast. "quot;Nur wer gegenüber dem Auto einen Zeitgewinn erzielt steigt auf die Bahn um", meinte Helmut Uttenthaler.

Der Verkehrsexperte der TU Wien, Hermann Knoflacher, vertrat die Meinung: Ein Semmeringtunnel (und oder Koralmtunnel) ist gegen über dem Steuerzahler unverantwortlich! - In anderen Ländern muss man für eine Fahrt wie über den Semmering noch einen Zuschlag zahlen;

Ernest Kaltenegger (Landtagsabgeordneter) erweiterte die Diskussion mit den Sorgen der Fahrgäste und den täglichen Problemen der Pendler. Hier wurde auch von den Anwesenden eine Forderung an die Politik gesandt - endlich sich zu der Bahn zu bekennen und herrschende Mängel zu beseitigen.

Dass sich in der EU unsere Politiker für einen Straßenbau (nicht aber für die Eisenbahn) eingesetzt haben wurde vom anwesenden Publikum in die Diskussion eingebracht. Fazit - Österreich baut lieber Strassen als Bahnlinien aus. Hier wurde die Korruption der Baugesellschaften und der falsche Lobbyismus den Anwesenden wieder verdeutlicht.

Eine gelungene Moderation mit tiefen Einblicken in die Notwendigkeit einer sinnvollen Verkehrspolitik für HEUTE und in die Zukunft!

Geld ist genug da. Die, die von einer gut funktionierenden Verkehrspolitik am meisten profitieren, sollen auch ihren Beitrag dazu leisten. Dies sind die Großunternehmer. Mit einer gerechten Besteuerung würde eine Verkehrspolitik für die Steirer leistbar und umsetzbar. Öffentlicher Verkehr muss für den Nutzer leistbar bleiben und für die Großkapitalisten einen Beitrag wert sein, meinte der Verkehrssprecher des Landtagsklubs der KPÖ.

Die Gemeinderäte von ProMZ unterstützten die Forderung des Baues des Semmeringtunnels und betonten seine Notwendigkeit für den Wirtschaftsstandort Mürzzuschlag und der gesamten Steiermark. ProMZ setzt sich damit auf eine Linie von Ernest Kaltenegger und hofft auf seine Unterstützung im Land für das Vorhaben - Semmeringtunnel.

(Quelle: Pro Mz)

26. Juni 2007